Auch beim Verkaufen über das Internet gibt es verschiedene Strategien:
1. Zu einem niedrigen Startpreis - nach unten möglicherweise abgesichert durch einen Reserve Price - einstellen und am Ende erfährt man, wie hoch das Höchstgebot ist. Das kann über, aber auch unter dem Durchschnitt liegen, je nach Zeit und Marktlage. Auf jeden Fall werden hier - bei gängigen Artikeln, keine Super-Spezialisten-Sachen (!!!) - mehr Gebote verzeichnet werden als in der folgenden Strategie 2.
2. Zu einem annähernd reellen Preis - 10 bis 15 % vom Katalogwert, je nach Sammelgebiet auch mehr oder weniger - einstellen und abwarten, ob überhaupt jemand bietet. Wenn nicht, besteht an diesem Artikel zu diesem Preis offensichtlich kein Bedarf. Nochmal versuchen, Angebot überarbeiten (verbessern), Preis vielleicht heruntersetzen und wieder abwarten, ob und eventuell was passiert.
Es geht weder darum, "Dummenfang" zu betreiben, noch anderen Menschen Gutes zu tun, indem man auf den "richtigen" Käufer irgendwo in der Welt wartet, der genau diesen Artikel zu dem festgesetzten Preis haben will. eBay.com ist wohl der größte virtuelle und weltweite Marktplatz. Wenn man dort etwas verkaufen will, sollte es gut platziert werden und die Marketinggesetze sind nunmal so, dass (Galerie-)Bilder mehr ansprechen als irgendwelche Katalog-Unternummern im Artikeltext. Ökonomisch gesehen hat eine Ware keinen "gerechten" Preis, sie ist soviel wert, wie jemand dafür bezahlt. Und wenn dieser jemand ein Souvenirkäufer ist, der gar keine Briefmarken sammelt, sondern scharf auf Sachen aus dem Dritten Reich oder irgendeiner chinesischen Dynastie ist, dann kann man das zwar gut oder schlecht finden, aber so ist es nunmal.