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Die Wurfpost 1759 - wie bekommt man einen Brief über einen Fluss?

  • carolinus
  • 24. April 2008 um 18:28
  • carolinus
    Gast
    • 24. April 2008 um 18:28
    • #1

    Ein kleiner wie ich finde unterhaltsamer Beitrag zur Postbeförderung im Siebenjährigen Krieg. Viel Spaß beim Lesen.

    Folgender Befehl aus dem Quartier des Herzogs Ferdinand von Braunschweig, dessen Truppen an der Lahn standen, liefert ein interessantes Beispiel der Feldposteinrichtungen im Siebenjährigen Krieg. Überliefert wurde sie durch den Geheimsekretär des Herzogs mit dem beziehungsreichen Namen Westphalen.

    Des Herzogs Durchlaucht haben mir befohlen, Euer Wohlgeboren zu schreiben, daß Sie eine Schildwache an den Ort placieren möchten, wo die Brücke gestanden; der Major von Schlieffen erhält Ordre, ein Gleiches von seiner Seite zu thun. Dieses dient dazu, daß die Briefe, so zwischen des Herzogs Durchlaucht und dem General Wutginau oder dem Major von Schlieffen gewechselt werden, geschwinder an Ort und Stelle kommen können und nicht nöthig haben, die Brücke von Wolfshausen zu passieren. Die gegenseitigen Schildwachen werfen sich die Briefe einander über die Lahne zu. Sie müssen an solche einen Stein binden, den Brief aber vorhero allemal wohl einwickeln, damit wenn solcher bei dem jetzigen schlimmen Wetter in Dreck fallen sollte, derselbe nicht moulliret werden möge. Euer Wohlgeboren werden zu denen Schildwachen, die vor ihre Mühe bezahlet werden sollen, adroite Leute aussuchen, damit nicht etwa durch ungeschickte Leute die Briefe ins Wasser geworfen werden möchten. Sobald auf solche Art ein Brief von der einen Seite der Lahne zur anderen gebracht oder vielmehr geworfen wird, muß selbiger von Rüttershausen ab allemal sofort durch einen Expressen anhero gesendet werden.

    Krofdorf, den 31. Dezember 1759 gez. Westphalen

    Gruß carolinus

  • Saguarojo
    Gast
    • 24. April 2008 um 18:36
    • #2

    Waren das die ersten Wurfpostsendungen?

  • Germaniafreund
    Gast
    • 24. April 2008 um 19:28
    • #3
    Zitat

    Original von Saguarojo
    Waren das die ersten Wurfpostsendungen?

    das waren sie mit sicherheit nicht,

    rauchzeichen = luftpost ;) ;) ;)

    interessanter ist da schon die sprache und rechtschreibung,

  • Baldersbrynd
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    667
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    1. Mai 1939 (86)
    • 1. Mai 2008 um 09:58
    • #4

    Hallo Carolinus.
    Eine schönes Geschichte. Darf ich dieser übersetzen nach dänish und öffentlich machen in ein dänische Briefmarken-Magazin?
    Mit freundliche Grüssen aus Dänemark. Jørgen

  • carolinus
    Gast
    • 1. Mai 2008 um 13:44
    • #5

    Hallo Jørgen,
    gern darfst du sie übersetzen und veröffentlichen. Ich habe sie aus "Henri Bade - 333 Jahre Braunschweigische Post". Da sie aber bereits 1888 im "Illustrierten-Briefmarken-Journal" der Gebr. Senf, Leipzig veröffentlich wurde, bestehen wohl auch keine Rechte mehr. Glückwunsch übrigens zum Geburtstag.

    Gruß carolinus

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