Ein kleiner wie ich finde unterhaltsamer Beitrag zur Postbeförderung im Siebenjährigen Krieg. Viel Spaß beim Lesen.
Folgender Befehl aus dem Quartier des Herzogs Ferdinand von Braunschweig, dessen Truppen an der Lahn standen, liefert ein interessantes Beispiel der Feldposteinrichtungen im Siebenjährigen Krieg. Überliefert wurde sie durch den Geheimsekretär des Herzogs mit dem beziehungsreichen Namen Westphalen.
Des Herzogs Durchlaucht haben mir befohlen, Euer Wohlgeboren zu schreiben, daß Sie eine Schildwache an den Ort placieren möchten, wo die Brücke gestanden; der Major von Schlieffen erhält Ordre, ein Gleiches von seiner Seite zu thun. Dieses dient dazu, daß die Briefe, so zwischen des Herzogs Durchlaucht und dem General Wutginau oder dem Major von Schlieffen gewechselt werden, geschwinder an Ort und Stelle kommen können und nicht nöthig haben, die Brücke von Wolfshausen zu passieren. Die gegenseitigen Schildwachen werfen sich die Briefe einander über die Lahne zu. Sie müssen an solche einen Stein binden, den Brief aber vorhero allemal wohl einwickeln, damit wenn solcher bei dem jetzigen schlimmen Wetter in Dreck fallen sollte, derselbe nicht moulliret werden möge. Euer Wohlgeboren werden zu denen Schildwachen, die vor ihre Mühe bezahlet werden sollen, adroite Leute aussuchen, damit nicht etwa durch ungeschickte Leute die Briefe ins Wasser geworfen werden möchten. Sobald auf solche Art ein Brief von der einen Seite der Lahne zur anderen gebracht oder vielmehr geworfen wird, muß selbiger von Rüttershausen ab allemal sofort durch einen Expressen anhero gesendet werden.
Krofdorf, den 31. Dezember 1759 gez. Westphalen
Gruß carolinus