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  3. Michael Ullrich

Beiträge von Michael Ullrich

  • Online-Bibliothek Philatelistische Literatur

    • Michael Ullrich
    • 9. Juli 2010 um 15:30

    Hallo Denis,

    welche Ausgabe suchst Du? Es gibt innerhalb der "Blauen Reihe" der ArGe Baden nämlich drei, die sehr schnell ihre Liebhaber gefunden haben.

    «Blaue Reihe»

    Band 1: Rainer Brack/Jörg Zborowska
    Katalog der Freimarken des Großherzogtums Baden
    Arbeitshandbuch der Ausgaben 1851 bis 1858
    Offenburg 1995, 2. ergänzte Auflage (80 St.) mit 362 Seiten

    In mühseliger Kleinarbeit wurde eine geradezu unglaubliche Fülle von Material und statis-tischen Daten zu den geschnittenen Ausgaben zusammengetragen. Unterscheidungsmerkmale der 1. und 2. Auflage, die genaue Bestimmung der Neudrucke, Übersichten über das Vor-kommen ungebrauchter Marken, großer Einheiten und die Abbildung aller bekannten Ersttagsbriefe sind ebenso vorhanden wie detaillierte Angaben zu Früh- und Spätverwendungen jeder einzelnen Marke. Eine Übersicht über die Zusammensetzung einzelner Frankaturen fehlt ebensowenig wie eine Tabelle über die Entwicklung der Portostufen. Daneben werden ausführlich alle bekannten Zusatzfrankaturen geschnittener Marken auf Ganzsachen aufgelistet und weniger bekannte Besonderheiten und Hintergründe z.B. über das Durchstreichen der Marken, über Bestellgeld, Einschreiben oder Expreßbriefe geschildert. Das bisher vollständigste Kompendium der geschnittenen Marken.


    Band 2: Rainer Brack
    Geschichte der Freimarken des Großherzogtums Baden
    Arbeitshandbuch der Ausgaben 1851 bis 1871
    Offenburg 1999
    2. Auflage (80 St.) mit 338 Seiten

    Rainer Brack hat den bereits schon einmal überarbeiteten Katalog der Freimarken Nr. 1 bis 8 auch um die gezähnten Ausgaben erweitert. Damit liegt nun, zusammen mit dem 1. Buch der „Blauen Reihe“, das Rohmanuskript für den seit Jahren schmerzlich vermißten Band II unserer Baden-Handbücher vor.

    Alle Erkenntnisse, die bis heute gesammelt wurden, sind eingeflossen. Bevor der Band aber in Druck geht und damit endlich die seit fast 20 Jahren bestehende Lücke zwischen dem schon vorliegenden Band I Vorphilatelie und dem Band III Abstempelungen schließt, wird in kleiner Auflage noch einmal ein Arbeitsexemplar gedruckt, in das auch Sie sich einbringen sollten."

    Innerhalb der ArGe wird derzeit am Band II gearbeitet, hoffentlich wird er bald erscheinen.

    Gruß
    Michael

  • Grosses Handbuch Der Philatelie 1887?

    • Michael Ullrich
    • 9. Juli 2010 um 15:08

    Hallo,

    besser eine späte Antwort als keine:

    Großes Handbuch der Philatelie
    Verzeichnis und Beschreibung aller staatlichen und privaten Post- und Telegraphen-Wertzeichen sowie der bekanntgewordenen Essais
    begonnen von Otto Teltz, fortgesetzt von Carl Lindenberg
    <Freiherr von Vittinghoff, gen. Schell, J.H. Anheisser, Dr. Franz Kalckhoff und Ernst Heitmann> Leipzig Ernst Heitmann 1887 (-97)

    Band 1: Ägypten – Französisch Guyana (6)+704 S.
    Band 2: Gabun – Mosambik (4)+II+1.063 S.+1
    Band 3: Nabha – Neuseeland 132 S.
    von Neuseeland ist nur noch das Titelblatt erschienen

    Veröffentlicht in 37 Teilen
    Teil 1 – 3: Otto Teltz
    (die Lieferung 2 und 3 wurde 1890/91 von Dr. Kalckhoff noch einmal neu bearbeitet)
    Teil 4 – 20: Carl Lindenberg
    Teil 21 – 27: Vittinghoff-Schell, Anheisser, Kalckhoff
    Teil 28 – 37: Ernst Heitmann

    1897 wurde die weitere Veröffentlichung aus finanziellen Gründen eingestellt.

    Vollständig habe ich es noch nie angeboten gesehen, selbst die einzelnen Teile kommen kaum vor. Es handelt sich wohl um eines der seltensten Werke deutscher Literatur. In den letzten Jahren wurden auf den Literaturauktionen von Schwanke, Felzmann oder Pumpenmeier wenn überhaupt nur Teile angeboten, die aber teilweise unverkauft blieben. Einen Nachdruck gibt es m. W. nicht. Die Hamburger Bibliothek hat es nicht und München leiht es aufgrund der Seltenheit nicht aus. Für ein vollständiges Werk im grauen Originalledereinband dürften nach meiner persönlichen Einschätzung 500 bis 600 € angemessen sein.

    Gruß
    Michael

  • Verlag Müller-Mark

    • Michael Ullrich
    • 5. Juli 2010 um 16:57

    Hallo zusammen,

    ich bin erst heute auf diese Frage gestoßen und kann sie hoffentlich einigermaßen beantworten. Ewald Müller-Mark (1902-1984) ist für mich einer der besten deutschen Schriftsteller und zusammen mit Doberer mein philatelistischer Lieblingsautor, seine "Reflexionen über Philatelie" sind in meinen Augen ein "Muss" für jeden, der sich mit Philatelie beschäftigt. Müller-Mark wurde im Oktober 1967 vom Landgericht Berlin wegen Betrugs in acht Fällen schuldig gesprochen, zu 1 Jahr und 9 Monaten Gefängnis verurteilt und erhielt 5 Jahre Berufsverbot. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er reparierte Marken als einwandfrei signiert (er war bestellter und vereidigter Sachverständiger und Oberprüfer in Berlin, also eine respektable Größe!) und zu entsprechenden Preisen verkauft hatte.

    Sein Motiv war die schwere Krankheit seiner Frau, die seine vollständigen Rücklagen aufgezehrt hatte. Da er wie viele Gewerbetreibende der damaligen Zeit nicht versichert war, konnte er bald die horrenden Arzt- und Medikamentenkosten nicht mehr bezahlen und verfiel so, um seiner Frau helfen zu können, auf die Betrügereien. Ohne es zu verteidigen oder gar entschuldigen zu wollen, nachvollziehen kann ich seine Handlungsweise...

    Er ging dann zu seinem Sohn nach Japan, kehrte allerdings Anfang der 80er Jahre nach Berlin zurück, wo er dann auch starb. Seine Biographie habe ich geschrieben, sie wird wohl im nächsten Jahr in der wohl besten deutschsprachigen philatelie-Zeitschrift erscheinen. Ein Grund mehr, einem Verein beizutreten...

    Beste Grüße ins Forum
    Michael Ullrich

  • Rheinheim in Baden

    • Michael Ullrich
    • 11. Juni 2010 um 12:39

    Hallo mtcyrus,

    Rheinheim gehörte - wie bereits geschrieben - zur badischen Postexpedition Waldshut und hatte den Uhrradstempel "35". 1865 wurde es Postablage. Die gezeigten Stempel sind m. W. nicht badisch, sondern gehören bereits zur Deutschen Reichspost. Das örtliche Stadtarchiv hat bestimmt noch Unterlagen, wann die Post dort gegründet wurde und wie lange sie bestand. Eventuell kann man sich auch eine Ortschronik beschaffen, dort stehen solche Sachen auch oft drin.
    Gruß
    Michael

  • Briefmarken auf Briefmarken

    • Michael Ullrich
    • 11. Juni 2010 um 12:14

    Hallo zusammen,

    ich bin zwar neu in diesem Forum, sammle aber das Thema "Marke auf marke" schon seit längerem und hoffe daher, zusätzlich zur Frage nach der ältesten Marke dieses Gebietes ein bißchen weiterhelfen zu können.
    Die früheste Ausgabe erschien bereits 1925 in Belgien (Mi.-Nr. 191 – 203). Dieser 13 Werte umfassende Satz mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren stieß damals in der Sammlerschaft auf Widerstände, konnte er doch nur geschlossen bei der Post in Brüssel erworben werden.

    Es folgten

    1926 Dänemark (153 – 155)
    1931 Finnland (167 – 168, 169)
    1931 Uruguay (445 – 448, Bl. 1- 4)
    1932 Rumänien (450 – 456)
    1934 Brasilien (409 – 412), 1943 Bl. 6
    1935 Portugal (590)
    1936 Schweden (227 – 238)
    1937 Frankreich (353 – 356, Bl. 3)
    1939 Griechenland (416 – 420)
    1940 Argentinien (451 – 455, Bl. 4)
    1940 Bulgarien (389 – 390)
    1940 Großbritannien (215 – 220)
    1940 Kuba (169, Bl. 2)
    1940 Paraguay (516 – 519)
    1941 Nikaragua (911 – 913)
    1942 Bolivien (329 – 335)
    1942 Norwegen (274 - 275)
    1943 Schweiz (416, Bl. 8 – 10), 1945 Bl.12

    Alle diese Marken zeigen die jeweils eigenen Erst- oder Frühausgaben. Ausgerechnet das „Mutterland“ der Briefmarke, Großbritannien verausgabte 1940 leider nur einen „mittelmäßigen Kompromiss, an dem niemand etwas Gutes oder Schlechtes finden konnte“, wie Kurt Karl Doberer schrieb. Diese Ausgabe ist leider für eine Motivsammlung kaum zu verwenden. Daneben erschienen aber auch noch andere Ausgaben, die an das Jubiläum „100 Jahre Briefmarken“ erinnerten oder des Postreformers Rowland Hill gedachten wie Mexiko oder Portugal.

    Ab 1945 kamen dann nahezu jährlich Sondermarken heraus, die als Motiv mehr oder weniger gelungen die nationalen Erstlinge zeigten.

    1946 Ägypten
    1947 Mauritius
    USA
    1948 Sudan
    1949 Frankreich
    Belgien
    Deutschland – Bayern
    1950 Österreich
    Spanien
    usw.

    Die spanische Gedenkserie von 1950 hat sich zum „Flaggschiff“ einer Sammlung „Marke auf Marke“ entwickelt. Eine Auflage von nur 41.000 Stück der beiden Höchstwerte verhelfen dem Satz neben seiner hervorragenden grafischen Gestaltung im edlen Stichtiefdruck zu einem Katalogpreis von 800 € in der postfrischen Erhaltung.

    Wer weitere Fragen hat, kann sich gerne an mich wenden.
    Gruß
    Michael


    Es gibt doch noch eine frühere Ausgabe: Japan hat schon 1921 anläßlich des 50jährigen Bestehens seines Postwesens einen Satz (Mi.-Nr. 144-147) ausgegeben, dessen Marke zu 1 1/2 Sen die vier ersten Marken aus dem Jahr 1871 zeigt - wenn auch nur sehr klein in den vier Ecken.

    Der älteste mir bekannte deutsche Sonderstempel zu diesem Thema erschien schon 1931 in Stuttgart und zeigt den Wertstempel einer 3 Kreuzer-Ganzsache.
    Gruß ins Forum

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