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  1. PHILAFORUM.COM Briefmarkenforum
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  3. exhändler

Beiträge von exhändler

  • Preisentwicklung

    • exhändler
    • 29. Dezember 2009 um 21:11

    Sammlerbernd, genau das denke ich auch. Einigkeit herrscht darüber dass das Sammeln in erster Linie Spass machen soll und Hobby ist. Und bei den Motivsammlern ist diese noch erkennbar, da dort allgemein weniger auf "Wert" gesammelt wird, sondern mehr zur Freude. (Was der sicher der Michel und Prüfer Lobby nicht so gefällt) Naja, ich hatte auch Gespräche mit der Michelredaktion warum diese Preisnotierungen- die Antwort würde einigen hier auch nicht gefallen, auch sie sind im "System" gefangen.

    Klar sind Numismatiker auch ihr eigenes Völkchen, aber ich hoffe und glaube das zumindest da der Markt vorläufig nicht allzusehr gefährdet ist. Leider gibt da auch große Versandhändler mit Scheinmünzen, wertlosen Medaillen und maßlos überteuerter Massenware und vergraulen auch so manchen Neueinsteiger. Schade um jeden einzelnen.

    Viererblock, ich habe deinen Beitrag sehr wohl gründlich gelesen und auch verstanden, trotzdem gehe ich nicht mit ihm konform. Und auch deine unterschwelligen Beleidigungen (erfolglos, gescheitert usw.) treffen micht nicht. Weil ich habe rechtzeitig die Kurve bekommen und kann vom Münzgeschäft gut leben. Solltest du in der Situation sein dein Lebensunterhalt mit allem drum und drann mit dem Briefmarkenhandel zu verdienen würdest du nicht so überheblich daherreden. Oder meinst du hunderte Händler sind nur zu doof und alle Statistiken gefälscht ?
    Du kommst aus Bayern, da ticken die Uhren sowiso etwas anders (ist nicht negativ gemeint). Bayern hat noch die stärksten Zahlen. Aber auch aus Bayern habe ich von Händlern schon ernsthafte Sorgen gehört und Namenhafte unter ihnen sehen die Briefmarken-Zukunft düster. Du bist genau einer von denen ich vorhin meine -SCHEUKLAPPEN- ;)

    Zum Schluss ein Beispiel aus der Realität:

    Kunde A kaufte ende 90er für 5000 DM: Bogenware Postpreis

    --- Heutiger Ankaufs-Wert um 50,- Euro

    Kunde B kaufte ende der 90er für 5000 DM: 20 Mark Münzen Preußen

    ---- Heutiger Ankaufspreis um 9500,- Euro

    Das sind reale Kunden gewesen, extremes Beispiel zugegeben, bei anderen Münzen bzw. Briefmarken ist die Differenz wahrscheinlich weniger markant- Tendenz jedoch eindeutig.

  • Preisentwicklung

    • exhändler
    • 29. Dezember 2009 um 20:21
    Zitat

    Original von SammlerBernd
    Hallo Ex-Händler,
    Zuerst meine grundsätzliche Frage:
    Willst DU hier Anti-Werbung machen und event. interessierte Newbeas vergraulen ? ?(

    Diese Hobbyforum ist sicher keine Klagemauer für gescheiterte (?) Händler ! X(

    Im Grundsatz ist zwar ´was Wahres ´dran, was Du anführst- aber das betrifft auch die anderen Sammel-Hobbies,
    Die Tendenz daß D.- normal aus bekannten Gründen im Abwertstrend liegt, war schon vor gut 15 Jahren klar.
    Deshalb sattelte ich damals nach Verauktionierung meiner D.-Sammlung auf Anraten mehrere echter Experten vollkommen um- auf Fauna-Motive weltweit postfrisch. :)
    Natürlich nur seriöse Ausgaben, ohne ehemal. Ostblock und die sog. Raubstaaten.
    Man trifft damit natürlich nicht auf die Symphatie althergebrachter Sammler... :D
    Aber das diese Richtung erfolgversprechend ist, beweist mir wieder einmal mehr mein aktueller Ebay-Verkauf. Insbes. Tierausgaben aus Asien wurden bis 50 % bezahlt- von hier lebenden Chinesen.
    Also die Tendenz in der Philatelie ist nicht nur negativ. ;)
    Man muß eben nur nicht das nachmachen, was alle machen, stupide das Gleiche sammeln. Es gibt nämlich noch junge aufstrebende Interessen-Märkte in anderen Ländern- freilich heißt es da über den Tellerrand sehen, was bekanntlich nicht jedermanns Sache ist. :jaok:
    SG SB

    Alles anzeigen

    Sammlerbernd,

    nein "vergraulen" ist nicht mein Anliegen. Und gescheitert ? - mitnichten der Münzsektor brummt ! Ich würde mir nur wünschen wenn Sammler, Vereine, Prüfer, Michel-Redaktion usw. mal offensiver mit dem Thema umgehen würden. Viele haben Scheuklappen und wollen wohl aus wirtschaftlichen Gründen keine "Reformen". Angefangen beim Michel.

    Schön ist es für dich das du ein Sammelgebiet gefunden hast was dir Freude macht. Und genau so sollte es sein. Freude soll das Sammeln bringen. Denn vom wirtschaftlichen Aspekt sollten sich so einige trennen. Auch ein Umdenken im "Prüferwesen" wäre angebracht, ebenso eine Trennung von Prüfungen und Michel- Mondpreisen. Das alleine könnte das Sammeln von Briefmarken wieder atrktiver machen. Zum Glück kommen Münzsammler weitestgehend ohne Prüfer aus.

  • Preisentwicklung

    • exhändler
    • 29. Dezember 2009 um 19:35
    Zitat

    Original von Viererblockjunky

    Ich freue mich sehr, dass ich hier nicht der einizige Nicht-Pessimist bin.

    Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie viele der langjährigen Sammler, die sich heute meist im Rentenalter befinden, ihr Hobby mit großer Energie madig machen. Woran liegt das ?

    Offensichtlich haben sich die Erwartungen dieser Sammler an ihr Hobby nicht erfüllt. Wer jahrzehntelang Vordruckalben mit Versandstellenware gefüllt hat oder den "supertollen Wertanlageprodukten" aus den philatelisitischen Mainstream-Tempeln Borek, Sieger oder Krüger aufgesessen ist, steht heute sprichwörtlich vor den Trümmern seines philatelistischen Lebenswerkes. Statt sich über die vollmundig versprochenen Renditen der für 100% Michel erworbenen Marken zu freuen, müssen die meisten Senioren (oder wahlweise deren Erben) feststellen, dass es hinsichtlich des zu erzielenden Verkaufspreises eigentlich egal ist, ob man die angesammelten Regelmeter beim Briefmarken- oder Altpapierhändler abliefert.

    Leider haben auch viele Händler, die sich über Jahrzehnte und oft über mehrere Generationen ihre Scheibe am Kuchen abgeschnitten haben, die Kurve in die neue Zeit nicht bekommen. In einer Mischung aus Arroganz gegenüber dem Neuen und purer Ahnungslosigkeit hinsichtlich der Chancen die das Medium Internet bietet, sind tausende Briefmarkenhändler sprichwörtlich an die Wand gefahren. Viele Ladengeschäfte sind dabei einen schmerzhaften Tod gestorben.

    Ist die Philatelie deswegen am Ende ? Nein, natürlich nicht. Im Gegenteil !

    Das Internet sorgt für eine nie zuvor dagewesene Transparenz des Marktes. Während die Sammlerschaft noch vor etwas mehr als zwei Jahrzehnten sich von den großen Philateliehäusern wahlweise mit Springreiter oder postfrischer 50iger Heinemann das Geld aus der Tasche ziehen ließ, um an dem vermeintlichen "Superhype" teilhaben zu dürfen, sind derartige Abzockaktionen heute kaum mehr möglich. Das Worldwide Web schafft in Sekundenschnelle Klarheit und wer kaufen möchte, tut dies - etwas Fachkenntnis vorausgesetzt - meist zum besten Preis, ohne sich in Sachen Garantie schlechter zu stellen. 100% Michel für beliebig verfügbare Massenware zahlt heute (fast) keiner mehr. Auch das ist ein Verdienst des Internets.
    Das Internetzeitalter führt zu einem weiteren positiven Effekt: Viele kleine und mittlere Händler haben sich im Netz gefunden und die "Versorgungslücke", die die sterbenden Ladensgeschäfte hinterlassen haben geschlossen- Diese Internethändler sind in der Lage - weltweit und quasi auf Knopfdruck - jeden philatelistischen Wunsch zum vernünftigen Preis zu erfüllen.
    Gerade die Sammler jüngeren und mittleren Alters (von denen es viel mehr gibt, als manch Ewiggestriger denkt) sind in der Lage ihren Nutzen aus "Neuen Welt" zu ziehen. Natürlich führt dies zu einem völlig veränderten Sammelverhalten. Wieso sollte ein Sammler in einen Briefmarkenverein gehen oder einen Tauschtag besuchen, wenn er in Internetforen zum Nulltarif und zu jeder Tages- und Nachtzeit jeden nötigen Rat bekommt, um auf den gängigen Online-Plattformen zu tauschen, zu kaufen oder zu verkaufen ? Philatelie war früher ein Hobby für den Sonntagnachmittag. Heute pflegen Sammler ihr Hobby 7 Tage die Woche von jedem Ort der Welt.
    Vereine oder Organisationen die sich dieser Entwicklung nicht konsequent öffnen, werden sich biologisch in den kommenden Jahren selbst abwickeln.

    Das Internet ist im übrigen auch in Sachen Nachwuchsgewinnung das Medium der ersten Wahl ! Leider wird auch das gerne ignoriert. Selbstverständlich verspürt kein Teenager Lust seinen Sonntag inmitten grenzdebiler Senioren zwischen verstaubten Alben und Ordner zu verbringen. Alle Aktionen die von den Sammlervereinen in diese Richtung lanciert wurden, sind zum Scheitern verurteilt. Da hilft es auch nicht - wie in Sindelfingen geschehen - kiloweise Briefmarken auf den Boden zu kübeln und die mitgebrachten Enkel pressewirksam auf der wertlosen Massenware zu drapieren. Das ist und bleibt der falsche Weg und zeigt eigentlich nur wie weit sich Organisationen und Vereine von der Masse der Sammlerschaft entfernt hat.
    Die Musik läuft in den großen Internetforen, mit Tausenden von Mitgliedern und bei EBAY & Co, wo tagtäglich Millionen von Euro für Briefmarken umgesetzt werden. Dieser Trend belegt eindrucksvoll, dass die Philatelie lebendiger ist, als viele die hier und ihren Vereinen den alten Zeiten hinterher trauern.

    Alles anzeigen

    viererblock, auch dir muss ich wiedersprechen, ich bin nicht grenzdebil (anfang 40) und stehe mitten im Händlerleben. Auch ich bin sehr Wohl mit der Zeit gegangen und habe hauptsächlich online verkauft. Und trotzdem ist es genauso wie beschrieben. Die Preise Fallen, das ist Fakt. Die Sammler werden weniger, auch das ist Fakt. Der Nachwuchs fehlt , ebenso Fakt.

    Warum sieht es mit den Münzen völlig anders aus ? Die haben einen sehr guten Absatz. Münzmessen sind voll/paralele Briemarkenmesse fast leer (außer schlechtgelaunter Händer)! Es ist Geld mit Münzen zu verdienen. Die Münz-Auktionshäuser sind brechend voll. Viele der Sammler sind 20- 30 Jahre alt. Nachwuchs gibt es auch.
    Gute Münzen sind immer verkäuflich, bei Münzauktionen bleiben im Schnitt max. 5 % Rücklose. Bei Briefmarken habe ich schon 80% erlebt.

    Also mit online / Laden hat es nichts zu tun. Die Briefmarkensammler sterben langsam aus, da hilft auch alles Ignorieren der Tatsachen nichts.

  • Preisentwicklung

    • exhändler
    • 29. Dezember 2009 um 19:15
    Zitat

    Original von kartenhai
    Seit es das Internet gibt, haben viele kleinere Briefmarkenhändler in den größeren Städten wohl aufgegeben, aber Unmengen Briefmarken werden jetzt über das Internet angeboten (bei Ebay allein über 800.000 Angebote von der Einzelmarke bis zu kompletten Sammlungen), und eine unbekannte Zahl Briefmarken-Händler sparen sich die teure Ladenmiete und verkaufen über Ebay und Co. Mich würde eine Statistik interessieren, wie viele Händler die letzten zehn Jahre aufgegeben haben, und wie viele durch das Internet dazugekommen sind.

    Dass die Sammler immer weniger werden, glaube ich nicht. Es gibt immer eine bestimmte Anzahl von Sammlern, die meisten Menschen interessieren sich überhaupt nicht für Briefmarken und haben andere Hobbys. Bei Briefmarken gibt es immer mal wieder einen Boom und dann einen Abschwung, genauso wie an der Börse. Zurzeit ist Wirtschaftskrise angesagt, und viele haben kein Geld mehr über für Briefmarken. Aber auf jede Krise folgt wieder ein Aufschwung, und dann haben die Leute wieder mehr Geld für ihre Hobbys.

    Das mit dem Preisverfall der Neuheiten der letzten 40-50 Jahren ist natürlich traurig, besonders für die vielen Neuheiten-Abonnenten, die alles komplett haben und bei einem Wiederverkauf nicht mal ihren Abopreis erhalten, für das Album gibt es meistens gar nichts mehr zusätzlich. Allerdings freut es mich, dass der Posthorn-Satz immer billiger und für manchen auch erschwinglich wird. Ich habe mich immer gefragt, was denn an diesem Satz so selten ist, er wird bei jeder Auktion mehrfach angeboten, jeder Briefmarken-Händler bietet ihn an, während man z. B. nach einem seltenen Brief jahrelang suchen kann.

    Die Telefonkarten waren zwar am Anfang interessant, aber wie immer mehr Motive massenweise auch von allen möglichen privaten Firmen auf den Markt geworfen wurden, war mir klar, dass es bald vorbei sein wird mit dieser zeitweiligen Manie. Dasselbe gilt für die Maximumkarten, die auch von privater Seite hochgepuscht wurden und schnell wieder in die Bedeutungslosigkeit versanken.
    Münzen sammeln ist für mich völlig uninteressant, da es hier noch mehr verschiedene Erhaltungsstufen gibt wie bei Briefmarken, hier blickt nur noch ein Fachmann durch, und doch gibt es genügend Münzsammler, denen das Spaß macht.

    Ich bin deshalb nicht so pessimistisch gestimmt über die Zukunft des Briefmarken-Sammelns. Durch das Internet ist die Auswahl breiter geworden, man kann Preise vergleichen, auch ältere Sammler, die nicht stundenlang auf Börsen und Flohmärkten herumstehen können, haben die Chance, in aller Ruhe zu suchen und zu kaufen, vorausgesetzt, sie befassen sich mit dem PC und tun ihn nicht von vorneherein als Teufelswerk ab. Leider hatten einige ältere Sammler im Beruf nicht mehr mit dem PC zu tun, und als Rentner wollten sie sich dieses neumodische Zeugs nicht mehr antun. Sie füllen deshalb noch die herkömmlichen Auktionssäle. Ich fürchte aber, dass diese herkömmlichen Auktionen bald aussterben werden, denn warum sollte man als Käufer und Verkäufer jeweils immer 20 % an einen Auktionator zahlen, wenn man das im Internet viel billiger haben kann? Ebay verlangt vom Verkäufer nur einen Bruchteil dieser Menge, der Käufer zahlt überhaupt keinen Aufpreis.

    Dass die Post keine Marken mehr herausgibt, kann ich mir nicht vorstellen, da müssten die Abo-Zahlen schon gewaltig in den Keller gehen. Und wenn doch, was soll`s, dann kann man sich endlich den älteren Jahrgängen und neuen Sammelgebieten widmen und sein Geld für die teuren Neuanschaffungen sparen.

    Gruß kartenhai

    Alles anzeigen


    kartenhai, da muss ich dir komplett wiedersprechen. Es gibt kein auf und ab- es gibt nur noch ein ab. Ich und meine Händlerkollegen können das bestätigen. Kleine Ausnahmen mal ausgeschlossen. Hier ist nichts wie an der Börse. An der Böre werden auch Gewinne gemacht. Bei Briefmarken leider Ausschließlich nur noch Verluste.

    Dich freut es das der Posthornsatz immer billiger wird. Mich würde das nicht so freuen. Ja und warum ? Weil immer mehr Ware auf den Markt kommt und immer weniger Interessenten dafür da sind. Saalauktionshäuser werden immer leerer. Deshalb ist der Satz auch ständig in der Auktion. Er wird ständig von Verkäufern/Erben angeboten die die Sammlungen nur noch loswerden wollen !! Alle die also vor Jahren den Posthornsatz kauften sind nun bitter entäuscht ! Und spätestens wenn dein Posthornsatz nur noch die Hälfte des heutigen Preises bringt bist du es auch. Ich würde mich also an deiner Stelle nicht so sehr über fallende Preise freuen.

    Deine Statistik die du suchst gibt es auch irgendwo, sie ist erschreckend. Wirklich neue Händler sind durch Ebay kaum dazugekommen. Der Druck der Schwarzhändler und "privaten" mit Volksauktion macht das zu nichte. Echte Händler auf Ebay haben oft noch nebenbei Ihr Ladengeschäft, sofern nicht schon aufgegeben.

    Einer der größten Händler in DE sagte kürzlich zu mir das er seinen Kindern dringend abrät sein Geschäft zu übernehmen.

    Dass die Post keine Marken mehr herausgibt, kann ich mir nicht vorstellen, da müssten die Abo-Zahlen schon gewaltig in den Keller gehen

    Dann hast Du was überlesen. Die Zahlen SIND um 90% zurück gegangen !

  • Preisentwicklung

    • exhändler
    • 29. Dezember 2009 um 12:50

    Interessante Gedanken die hier geschrieben werden.


    Zum Gedanken: "Gute Marken bringen noch ihren Preis"

    - Richtig, das liegt aber daran das es immer weniger Sammler gibt und diese sich natürlich aus dem Überangebot das Beste answählen können. Durchschnittliche Erhaltung ist preislich am Boden. Aber was passiert zwangsläufig wenn die Sammler weiter abnehmen und dadurch noch mehr Ware auf den Markt kommt mit weniger Nachfrage ? Dann ist der Zeitpunkt erreicht wo auch beste Stücke im Preis verfallen. Diese Zeit wird kommen.
    Ich schätze in 20- 30 Jahren wird das Briefmarkensammeln weitestgehend bedeutungslos sein.
    Nischen wird es geben, aber als "Volkssport" und erst Recht als "Wertanlage" tot.
    Schon jetzt sind Postabos im Vergleich zu besten Zeiten um 90% zurückgegangen.
    Einer der letzten Briefmarkenläden bei mir in der Nähe gibt auf, sein Umsatz auf den tiefsten Stand seit je, trotz Erweitung auf Münzen, AK und Antiqitäten und Onlineverkauf (sein letzter Briefmarken- Abodement ist kürzlich verstorben).


    Es ist auch kein deutsches Phänomen. Auch im Ausland sind gleiche Trends zu beobachten wenn auch verschieden stark. Selbst der kurz boomende Russen- und Chinamarkt ist wieder stark rückläufig.

    Es ist einfach (leider) Tatsache das sich die Jugend nicht mehr für dieses Hobby begeistern läst. Früher war es die breite Masse die als Kinder/Jugendliche gesammelt hat. Daraus sind dann zum Teil ernsthafte Sammler geworden.

    Kein Kind/ Jugendlicher hat heute mehr Bezug zu Briefmarken. Wenn ich früher einen Brief aus dem Ausland erhielt war ich gespanter auf die Frankatur wie auf das Geschriebene. Wer schreibt heute aus dem Ausland wenn die kostenlose Email in Sekundenschnelle beim Empfänger ist ? Und kommt doch mal echte Post - dann Freistempler oder Labels. Ich habe echt schon mit jungen Leuten gesprochen die ernsthaft nicht wussten das es überhaupt noch Briefmarken gibt !!!

    Und dann zum Schluss die Post selber. Ich frankiere meine Sendungen immer noch mit Briefmarken. Wie groß ist oft die Freude bei den Postdamen wenn sie wieder Briefmarken sehen die sie selber noch NIE (!!) gesehen haben.
    Bei einem größeren Kaufwunsch von einfachen Briefmarken sagte man mir ich solle gefälligst bei POST-Phila bestellen. Weil Marken sind in der Postfiliale kaum vorrätig und überhaupt sollte ich Labelfrankieren das ist besser !

    Fazit: rein technisch ist die Briefmarke heute schon überflüssig. Ich denke eine Weile wird aber wohl noch daran festgehalten, zumindest an Automatenmarken. Spätestens mit dem Verschwinden (wann auch immer) der Briefmarken wird wie bei den Telefonkarten der Markt noch scheller zusammenbrechen.

    Nachtrag: Ich hatte Tel.Karten mit Marktpreisen von fast 1000 DM, heute selbst billigst unverkäuflich.
    Zum Vergleich der Posthornsatz,früher für Viele das Prunkstück jeder Sammlung, heute schon sehr viel billiger geworden und ein Muss um eine Bund-Sammlung überhaupt noch verkaufen zu können, was kostet der wohl in 10 Jahren....... ?

    Interessand auch: Beim Ankauf Bund wurden früher nur die ersten Seiten durchblättert (zur Wertermittlung), nun sind es hauptsächlich die letzten Seiten. Warum ? Frankaturfähige Marken sind inzwischen das Wertvollste jeder Bundsammlung, traurig aber war.

  • Preisentwicklung

    • exhändler
    • 27. Dezember 2009 um 23:46

    Ich selber war in der Jugend ein sehr eifriger Sammler. Es ging mir um keine Werte, es war nur der Spass.

    Wie das Leben so spielte wurde ich nach etlichen Berufsjahren selbst Händler. Briefmarken und Münzen.
    Inzwischen habe ich mich wie viele andere Kollegen komplett von den Briefmarken getrennt.
    Die Geschichte: Seit ca. 10 Jahren gehen die Preise stetig nach unten (im Durchschnitt) Anfangs hieß es nur die Standartware. Bald kamen die guten Stücke aber hinterher. Es machte keinen Spass mehr. Die Kundschafft schleppte "Erbschaften" noch und nöcher an. Kaufen wollte das Material niemand mehr. Anfangs ging ich auch noch in die sterbenen Vereine. Jedes mal weniger alte Männer vor Ort. Kein Nachwuchs. Diese Männer stöhnten bei Preisen 5% Michel. "...zu teuer.."
    Was sagte die Michelredaktion: " Sie sitzen zwischen den Stühlen", ich denke eher das ist die Macht der Prüfer.
    Abartig ist schon das geprüfte Ware oft schon unter unter Prüfgebühr angeboten wird.

    Das war nur noch Elend- ich habe wie viele andere auch rechtzeitig komplett meine Ware in Auktionshäuser verteilt. Das meist ging weit unter damaligen EK.

    Heute werden mir immernoch Marken angeboten, ich kaufe sie nicht.

    Ich denke das Briefmarkensammeln ist zum Aussterben verurteilt. Ganz einfach: es wird nur gesammelt womit man täglich zu tun hat. Zigarettenbildchen, Zigarrenbaderolen und auch Telefonkarten haben es hinter sich. Ansichtskarten sind auch auf dem sterbenen Ast.

    Welcher junge Mensch kennt denn noch Briefmarken. Alles wird elektronisch erledigt, der inzwischen super seltene Brief wird online frankiert oder bekommt ein Label auf der Post.

    Ich habe sehr viele junger Münzsammler zu Briefmarken befragt. Die Antworten waren von "wäre mir peinlich- bin kein alter Sack- über schade ums Geld- bis "gibt es denn noch Briefmarkensammler?" Traurig- aber immer ähnliche Antworten.

    Geld hat jeder täglich in der Hand, da liegt wohl das Münz-Sammeln näher.

    Abgesehen vom absolut fehlenden Nachwuchs, das Überflüssigwerden der Briefmarke im täglichebn Bedarf, den fehlenden "inneren Werten" (wie bei Goldmünzen), fehlenden Katalogen mit realen Marktpreisen usw., denke ich auch das das "Prüferwesen" nicht ganz unschuldig ist. Von vielen Kunden kamen "Beschwerden" über Mondpreise im Katalog von den Prüfer oft ebenso Mondpreise Vergütung beanspruchen.

    Nun beobachte ich die Entwicklung ganz entspant. Das Biefmarkenlager ist leer. Leid tun mir nur die restlichen Händler und verbleibene Auktionshäuser die händeringend nach Alternativen suchen.

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