... und von da mit dem Omnibus
Beiträge von Michael D
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Bemerke gerade, dass ich nicht alle Fragen beantwortet habe.
Also ein Nachtrag:
Russische Briefe zeigen entweder einen Porto/Franco-Stempel oder, wie hier jetzt, einen handschriftlichen Vermerk.
Die Notierung des russischen Weiterfrankos (bis 1843 äußerst zuverlässig auf der Rückseite zu finden) findet nur unregelmäßig statt.Viele Grüße
Michael -
Lieber bayern klassisch,
russische Freimarken waren erst ab dem 10.7.1864 auf Auslandsbriefen zulässig.
Viele Grüße
Michael -
Lieber bayern klassisch,
doch, dein Auge genügt mir durchaus.

Danke für die Auskunft.Viele Grüße
Michael -
Liebe Sammlerfreunde,
der folgende Brief birgt möglicherweise brisantes Material für einige Bayern.


Geschrieben wurde im Jahr 1862 und lief von St. Petersburg über Preußen nach Bayern. Voll frankiert aufgegeben, erhielt er den preußischen Eingangsstempel AUS RUSSLAND FRANCO.
Der Brief wurde über die Eisenbahnstrecke Eydtkuhnen-Bromberg spediert und hätte üblicherweise auch rückseitig einen entsprechenden Kursstempel zeigen sollen. Hier findet sich nun der Kursstempel Königsberg-Bromberg aus der Zeit vor Fertigstellung der Strecke Königsberg-Eydtkuhnen.
Die Laufzeit betrug nur 2 Tage.Interessant ist auch der Briefinhalt:
Der Absender bietet dem Adressaten ein Exportgeschäft an, und zwar eines mit Hopfen!
Der Absender hat Verbindung zu einem bedeutenden Hopfenproduzenten und fragt nun nach, welche Qualität und welche Mengen ggf. abgenommen werden könnten.
Wenn man etwas recherchiert, findet man noch heute bedeutende Hopfenanbaugebiete in den Wolgarepubliken, die zu den größten weltweit gehören und auch eine Spitzenqualität herstellen.Nun stellt sich die Frage: Wie bayerisch ist das bayerische Bier eigentlich ?


Viele Grüße
Michael -
Lieber bayern klassisch,
stören würde es mich auch nicht, wenn ich einen doppelt verwendeten GAA hätte. Würde ja auch in eine gewisse Sammlung passen.

Viele Grüße
Michael -
Liebe Bayernfreunde,
ich würde mich freuen, wenn ein sachkundiges Auge einen Blick auf die beiden 3 Kreuzermarken werfen könnte.
Ist die linke Marke nur durch äußere Einflüsse aufgehellt, oder sind es doch Farbvarianten ?Vielen Dank schon mal im Voraus.
Viele Grüße
Michael -
Lieber bayern klassisch,
sehr schöne Briefe !
Was ist denn auf dem GAA links unten für ein schwarzer Strich ? Rest eines alten Stempelabdrucks ?Viele Grüße
Michael -
Lieber bayern klassisch,
genoß seine Hoheit auch in Bayern Portofreiheit ?
Oder: verrät das rs. Siegel etwas derartiges über den Schreiber ?Viele Grüße
Michael -
Liebe Sammlerfreunde,
schön, dass dieses Thema doch Resonanz findet.

Vielen Dank für die Links und die Zuordnung des 411er-Stempels. Ich hatte den französischen Aufgabestempel nicht entziffern können. Nur die ersten Buchstaben BO waren leserlich. Dies deutet zwar mit ca. 99%iger Sicherheit nach Bordeaux, aber wissen ist besser als schätzen.@bayern klassisch,
nach Preußen reichten 40 C. nur für die Rheinprovinz und das Fürstentum Birkenfeld. Alle anderen Gebiete lagen im 2. Rayon mit 50 C.
Bei der Erforschung dieses Ausgabestempels kann Materialmangel sicherlich eine Hürde sein. Braucht man halt mehr Anlauf bzw. einen längeren Atem.

DKKW,
danke für die Ausführungen.
Zu der Literaturangabe:
Friedrich Wilhelm Thalmann schrieb 1925-32 die Arbeit Zusammenstellung der Preußischen Poststempel nach Form und Zeitfolge
diese unterteilte sich in die 3 Teile
A. Aufgabestempel
B. Ausgabestempel
C. PackkammerstempelDabei handelt es sich nicht um einen Stempelkatalog, sondern um eine Beschreibung der verschiedenen Stempeltypen mit den Umständen ihrer Einführung und Verwendung. Soweit damals schon bekannt, auch mit Verwendungsorten.
Aus heutiger Sicht stellenweise nicht mehr aktuell, aber eine neuere Arbeit über die preußischen Stempeltypen gibt es so kompakt nicht.Die Arbeit ist vor einigen Jahren als Nachdruck bei der Arbeitsgemeinschaft Norddeutscher Postbezirk Link zur Arge NDP in 2 Heften erschienen.
Leider ist 1 Heft z.Zt. vergriffen, manchmal tauchen Angebote bei ebay auf.
Meiner Meinung nach ist diese Arbeit für einen Sammler preußischer Stempel noch immer wichtig (und dabei nicht sehr teuer).Viele Grüße
Michael -
Hallo Nils,
da schließe ich mich gerne an: ein sehr schöner Brief - da möchte man fast mit dem Sammeln von Bayernbriefen anfangen ...

Viele Grüße
Michael -
Hallo mx5schmidt,
vielen Dank für das Zeigen der Belege und die äußerst interessanten Ausführungen.
Bei dem vorletzten Brief von der Prüfstelle München schreibst Du
ZitatIn diesem Falle wurde der Brief auf der Vorderseite diagonal von links oben nach rechts unten mit zwei Strichen versehen, wobei zwei verschiedene Chemikalien angewendet wurden.
Auf dem Scan kann ich nur einen Strich erkennen. Liegen die beiden Striche übereinander ?
Welche Chemikalien für die Prüfung verwendet wurden ist vermutlich nicht bekannt ?
Viele Grüße
Michael -
Hallo,
den folgenden Brief aus dem Jahr 1862 konnte ich jüngst für kleine Münze bei einem forumsbekannten Händler ersteigern.
Aus Frankreich (kann jemand den Punktstempel 441 zuordnen ?) nach Stettin laufend, war er nach dem Tarif von 1858 für Briefe in den 2. Rayon mit 50 Centimes korrekt frankiert.
Leider zeigen die Marken deutliche Mängel, sonst wäre die Mischfrankatur aus geschnittener (Mi.-Nr. 12 von 1853) und gezähnter (Mi.-Nr. 21) Ausgabe hübsch anzuschauen.Mein Grund für den Erwerb ist rückseitig zu sehen. Dort ist ein seltener preußischer K1-Ausgabestempel mit dem Schriftzug BESTELLUNG No. 3 zu sehen.
Thalmann schreibt in Zusammenstellung der Preußischen Poststempel nach Form und Zeitfolge hierzu: Dieser Stempel ist mir ab Mitte der 60er Jahre bisher nur für Stettin auf Einschreibebriefen allein, auf gewöhnlichen Briefen neben dem Ausgabestempel (zitiert wird ein K1 mit Beschriftung AUSG. / Datum / Stundenzahlen) und auf Paketbegleitbriefen vorgekommen.
Thalmann kannte nur die Bestellgangsnummern 1 und 2.Der Beschreibung nach kannte Thalmann diesen Stempel auf einfachem Brief ohne "normalen" Ausgabestempel - wie hier auf diesem Brief - nicht.
Überhaupt schien diesem Stempel eine besondere Rolle zugedacht, die sich vermutlich im Laufe der Zeit wandelte: Verwendung auf Briefen mit Zusatzleistung (evtl. auch auf Wertbriefen ?) - Verwendung in der Packkammer - Verwendung neben (!?) dem normalen Ausgabestempel.Vielleicht wissen Heimatsammler von Stettin mittlerweile mehr über diesen Stempel. Größere Verbreitung hat ein derartiges Wissen aber bisher nicht erfahren. Sammler mit Forschergeist können hier noch manches entdecken.
Überhaupt bin ich der Meinung, dass den Ausgabestempeln bisher zu wenig Beachtung geschenkt wird. Für seltene Aufgabestempel werden manchmal hohe 3-stellige Zuschläge bewilligt. Seltene rückseitige Abstempelungen der Briefausgabe - womit der Abschluß der postalischen Beförderung offiziell dokumentiert wurde - nimmt kaum jemand wahr.
Dabei möchte ich die Prognose wagen, dass in zehn oder zwanzig Jahren hier das Bild ein ganz anderes sein wird.Würde mich freuen, wenn Forumsmitglieder hier ihre rückseitigen Besonderheiten vorstellen.
Viele Grüße
MichaelTippfehler beim Bestellgang korrigiert
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Liebe Sammlerfreunde,
mit dem Postvertrag von 1865 wurden Franko- gegenüber Portosendungen vergünstigt. Natürlich nahm hierdurch der Anteil an Frankosendungen deutlich zu.
Daher sind frankierte preußische Briefe nach Russland ab 1866 keine Besonderheit mehr. Es gab zwar immer noch die Möglichkeit der Barfrankatur, aber auch die Verwendung der damals aktuellen Adlermarken war üblich.Von daher ist die hier gezeigte 3 Sgr.-Ganzsache mit 1 Sgr.-Beifrankatur nichts ungewöhnliches.
Etwas weniger häufig findet man solche Briefe aus dem ehemaligen Kurfürstentum Hessen. Da in Kurhessen auch die Groschenwährung galt, wurden ab dem 1.7.67 (Übernahme durch die preußische Post) die preußischen Freimarken und Frankocouverts verwendet.Auffällig ist der vom Absender angegebene detaillierte Leitweg via Berlin - Memel - Polangen - Libau.
Auf Geschäftsbriefen wäre so etwas ungewöhnlich; als Geschäftsmann ging man wohl davon aus, dass die Post schon weiß, wie sie ihre Briefe befördert.
Auf Privatbriefen, insbesondere ins Baltikum, findet man so etwas immer wieder. Ein Indiz dafür, dass man die Gegend gut kannte und sich vermutlich auch dort besucht hat.Einen Blick ist auch die Frankaturkombination wert. Den Unterschied zwischen dem filigran geprägten Couvert-Wertzeichen und der im Vergleich recht groben und unscharfen Freimarke finde ich schon sehr stark.
Allerdings handelt es sich bei der Freimarke auch um einen besonders unscharfen Druck, andere Exemplare der 1 Sgr.-Marke sind schärfer und detailreicher gedruckt.Viele Grüße
Michael -
Hallo miteinander,
Zitatinnerhalb kurzer Zeit nach Erscheinens der Bücher von Achim sind allein bei einer Auktion ca. 60 - 80 Stempel mit dem Vermerk "Helbig unbekannt" angeboten worden.
ein früher - und vermutlich auch heute noch - übliches Verhalten vieler Sammler.
Schon Münzberg klagte darüber, als er seine umfangreichen Handbücher schrieb und um Stempel-Meldungen bat: Viele Sammler hielten bewußt ihre Stempel zurück, um dann anschließend in ihrer Sammlung (oder bei Verkauf) mit der Stempelunterschrift Münzberg (Helbig/Feuser/etc.) unbekannt protzen zu können.Viele Grüße
Michael -
wichtiger Nachtrag:
ZitatPreuß. Großherzogthum Niederrhein
Was habe ich da verpasst ?

Kein Wunder, dass ich diesen Teil der Adresse nicht entziffern konnte.
Abgesehen davon, dass sich Sayn (incl. des Fürstengeschlechts gleichen Namens) vermutlich auf das energischste gegen eine derartige Benennung verwahren würde: Gab es so einen Begriff ??Viele Grüße
Michael -
Lieber bayern klassisch,
danke für das Zeigen dieses sehr schönen und noch interessanteren Briefes !

Postgeschichte vom Feinsten.
Viele Grüße
Michael -
Lieber bayern klassisch,
danke für die Worte und die Erläuterung.

Schön, wenn der Brief über die bayerische Pfalz lief. Es würde mich sehr interessieren, ob du diesen Leitweg bestätigen (=nachlesen) kannst.

Dann enthielten die 4 1/2 guten Groschen den Transitanteil von Taxis bzw. Bayern (je nach Leitweg). Ist etwas über das hier zu zahlende Transitporto bekannt ?
Viele Grüße
Michael -
Liebe Sammlerfreunde,
bei dem folgenden Brief hoffe ich auf Unterstützung der Forumsmitglieder.
Geschrieben wurde er 1821 im badischen Bretten (Abschlag des alten T&T-Rayonstempels) und lief über Ehrenbreitstein nach Sayn.Leider erschließen sich mir die weiteren Details der Adresse nicht. Kann jemand diese entziffern ?
Bretten, eine ehemals kaiserliche Reichspostanstalt in der Kurpfalz, war 1803 zu Baden gekommen.
Ehrenbreitstein war ehemals ebenfalls eine kaiserliche Reichspostanstalt im Gebiet des Erzstifts Trier, fiel 1803 zunächst an Nassau (weiterhin Taxis-Post) und ab 1816 dann an Preußen.
Sayn, früher auch zu Kurtrier gehörend, kam ebenfalls mit der Zwischenstation Nassau 1816 an Preußen.Der Leitweg müsste also von Baden (bis Mannheim ?) über die Taxis-Post (Hessen) nach Preußen (über Ehrenbreitstein bzw. Koblenz) gelaufen sein.
Daher erwarte ich 3 Gebührenpositionen (+ evtl. Bestellgeld), kann diese aber nicht eindeutig zuordnen.
Der Empfänger musste anscheinend 7 1/2 gute Groschen bezahlen (die einzige nicht durchgestrichene Zahl - möglicherweise eine Addition der 4 1/2 + 2 + 1 gGr. Bestellgeld)
9 Kr. badisches Porto ?? Wie wurde umgerechnet ?NB: Der Vorbesitzer dieses Briefes beschrieb den Brief mit Porto vom Empfänger nicht eingelöst, daher ging der Brief zurück an den Absender
Für diese Beschreibung finde ich keine Hinweise.Würde mich über Ergänzungen/Korrekturen freuen.

Viele Grüße
Michael -
Liebe Sammlerfreunde,
die am vorigen Beleg zu sehende Taxierung zur Einnahmenverbesserung ist bei dem folgenden Brief aus gleicher Korrespondenz mit 2 Extra-Kreuzern noch erfolgreicher (reguläre Postvereinsumrechnung 4 Sgr. - 12 Kreuzer).
Viele Grüße
Michael