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Beiträge von PALAISS

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 30. Dezember 2009 um 15:40

    Beim Brief der Los. Nr. 5041 scheint die Verfärbung der 6 Pfg. nicht durch Hart-PVC-Folien entstanden zu sein, denn die gemeinhin sich unter Hart-PVC-Folien ins weinrote sich verfärbenden Nr. 16 haben noch ihre originale karmine Farbe.

    Diese "Oxydationen" von orangefarbenen Marken gab es ja mit einer gewissen Regelmäßigkeit auch schon vor Einführung der Hart-PVC-Folien und sind in aller Regel auf unsachgemäße Lagerung (Feuchtigkeit, Hitze) zurückzuführen. Preußen-Korrespondenzen nach Frankreich sind häufig davon betroffen, da wegen des 3 1/2 oder 4 1/2 Sgr.-Portos oft die stark bleisulfidgefährdeten Nr. 1, 13 und 15 mitverklebt wurden. Viele bekannte Korrespondenzen kamen erst in den Handel, nachdem sie teilweise über 100 Jahre in archivierten Akten lagerten und der Feuchtigkeit von Kellern usw. ausgesetzt waren.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 6. Oktober 2009 um 17:42

    Im neuen Rundbrief 257 (Oktober 2009) der ArGe Schleswig-Holstein/ Hamburg/ Lübeck findet sich nunmehr eine (etwas holprige) deutsche Übersetzung des hervorragenden Aufsatzes von Ib Krarup Rasmussen: "Können Plastikhüllen meinen Briefmarken schaden?".

    I. K. Rasmussen war früher Produktionsleiter in einem dänischen Fabrikationsbetrieb für Plastikprodukte und erklärt die Problematik erstmals auch aus Herstellersicht. Eine Übersetzung des dänischen Artikels in's Englische ist bereits im Netz zu finden.

    Im Artikel heißt es u.a.:

    "Benutzt unter keinen Umständen PVC zur Aufbewahrung von Briefmarken. Meiner Meinung nach gibt es nur einen Ort, an dem man PVC-Hüllen lagern sollte, in der Mülltonne! Ups! Das dürfen wir auch nicht, denn PVC bildet beim Verbrennen Salzsäure. PVC-Abfall muss in den Chemikalienabfall zur Wiederverwertung."

    "Die harten PVC-Hüllen haben den Ruf, weichmacherfrei zu sein. Das sind sie nicht! Sie werden als weichmacherfrei gekennzeichnet, dies ist jedoch als fast weichmacherfrei zu verstehen. Um sie in Hochfrequenzschweißverfahren bearbeiten zu können, müssen sie über ein minimales Maß an Weichmachern verfügen, vielleicht 1 %. Dies verhindert u.a., dass die Folie reißt. PVC als säurefrei zu bezeichnen, ist sinnlos. Der Begriff wird für Papier benutzt, dessen pH-Wert neutral (also weder Säure noch Base ist). Der Begriff wird nicht für Plastik verwandt."

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 17. Juni 2009 um 16:32

    Bei der Besichtigung einer sehr umfangreichen Sammlung Vorphilateliebriefe und Postformulare konnte ich folgende Feststellungen machen:

    Die ab Mitte der 1980er-Jahre angelegte, sehr umfangreiche Sammlung wurde auf selbstbeschrifteten Blancoblättern (ca. DIN-A 4) aus herkömmlichem Karton aufgezogen und anschließend in Hart-PVC-Blattschutzhüllen und Ringalben eines namhaften Albumherstellers untergebracht. D.h., die Kartonblätter haben keine eigene Lochung, sondern nur die oben geöffneten Blattschutzhüllen.

    Die Sammlung wurde unter normalen Umständen gelagert. Bei der Besichtigung hatte ein sehr großer Teil (viele hundert Belege) bräunliche Flecken bzw. war durchgehend gebräunt, allerdings nur die Belege, die im oberen Drittel der Albumblätter untergebracht waren. War nur ein Beleg auf dem Albumblatt untergebracht, beschränkte sich die Verfärbung auf den oberen Teil des Beleges. Waren zwei Belege auf einem Albumblatt vorhanden, war lediglich der obere Beleg (teilweise) verfärbt, der untere in gutem Zustand. Bei Albumblättern, die noch nicht unter Blattschutzhüllen aufgezogen waren, konnten keine Schäden festgestellt werden.

    Es ist äußerst wahrscheinlich, dass die Verfärbungen während der Aufbewahrung in den Blattschutzhüllen entstanden sind, denn im Bereich der Fotoecken beeinträchtigter Belege hatten diese markante und störende "Lichtränder" (innerhalb des Fotoeckenbereichs war noch die helle Originalfarbe vorhanden).

    Derartige Bräunungen bei ungefärbten Papieren von Vorphilateliebelegen und Postformularen hatte ich bisher nicht mit den bekannten Bleisulfidschäden in Verbindung gebracht, da die bleihaltigen Bestandteile bislang in den Druckfarben und eingefärbten Markenpapieren vermutet und festgestellt wurden.

    Deshalb die Frage an chemisch versierte Mitglieder im Forum:

    Ist bekannt, ob die alten Papiere bleihaltig sind? Handelt es sich bei den Verfärbungen überhaupt um typische Bleisulfidschäden oder kann es eine andere Ursache bzw. chemische Erklärung für die Bräunungen, die an die bräunlichen Verfärbungen beim Bleiacetatpapierversuch von Oisch erinnern, geben? Die Schäden entstehen unmittelbar an der geöffneten Seite der Blattschutzhülle, also in der Nähe der Sauerstoffzufuhr! Kann es sein, dass ausgerechnet hier das zur Bleisulfidbildung notwendige Binnenklima entsteht (möglicherweise Druckbildung durch die Besonderheiten von Lochung und aufgezogenen Belegen)? Kann der verwendete Karton der Albumblätter (in Verbindung mit den Hart-PVC-Folien) eine Rolle spielen? Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit Vorphilateliebelegen und Postscheinen gemacht?

    Diese neuen Beobachtungen erscheinen mir äußerst bedrohlich, wird doch der Bereich der mutmaßlich innerhalb der Hart-PVC-Folien entstandenen und noch entstehenden Schäden, über deren Ursache es nach wie vor keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, erheblich ausgeweitet.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 15. Mai 2009 um 18:43

    @ kj

    Die Dt. Reich Dienstmarken habe ich noch im Original und kann Sie Dir gerne leihweise überlassen. Angesichts dieser Marken sollten die ArGe-Spezialisten wohl einlenken.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 15. Mai 2009 um 18:35

    Danke postschild.

    Alleine diese Fotos geben eindeutige Hinweise auf das Vorliegen einer Bleisulfidschädigung:

    Die sog. dunkelbräunlichrote Farbe findet sich bei der dritten Kontrollrat 12 Pfg. nur außen! Die Farbe des Mittelstücks ist noch annähernd die Ursprungsfarbe. Bei der 919F auf Karte die gleiche Situation. Die Spezialisten der ArGe mögen mir doch einmal erklären, wie so etwas drucktechnisch mit einem Druckgang möglich sein soll. Der Vergleich mit den bleisulfidgeschädigten Dt. Reich Dienst 12 Pfg. spricht Bände. Die abgebildeten Marken und weitere postfrische 919F in anderen Auktionen wurden selbstverständlich zugeschlagen, es gab ja eine Farbbestimmung der ArGe mit Fotobefund, und die Spezialisten blieben auch nach meiner Intervention beim befreundeten Auktionator bei ihrer bekannten Position.

    Nein, hier hilft nur eines: sofort Kommando zurück und die 919F so schnell wie möglich aus dem MICHEL.

    Leider war es nicht möglich, mit dem Chef des Schwaneberger Verlags zu dem Thema Bleisulfidschäden ein paar Worte zu wechseln. Er war ja Sprecher der Verlegergruppe im APHV und hatte die Interessen der Albenhersteller zu vertreten. Auch der BDPh-Vorstand, der die Interessen der Sammler vertreten sollte, wollte nicht mit mir reden. Was will man machen?

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 15. Mai 2009 um 17:25

    @ kj

    Die "Entstehung" dieser "Farbfehldrucke" hatte ich postschild einmal anhand einer Karte mit verschiedenen Bleisulfidstadien einer Dienst Dt. Reich 12 Pfg. demonstriert. Ich meine, er hat diese Marken auch einmal abgebildet im Forum, aber ich kann sie auf Anhieb nicht mehr finden.

    Meine Meinung betr. der 919F wird von zahlreichen Prüfern, auch Christian Geigle, geteilt. Karmine Marken, die längere Zeit unter Hart-PVC aufbewahrt wurden, haben häufig die "falsche" weinrote (oft tiefe bordeauxrote) Farbe. Das reicht von Baden Nr. 18 bis Dt. Reich 33.

    Ist solch ein Unsinn erst mal im MICHEL, dann tut man sich dort und auch bei den ArGe-Spezialisten und Prüfern schwer, ihn wieder zu entfernen. Bei der sog. NDP 16F (wohlgemerkt "F" für Fehldruck!!) hat das geklappt, bei anderen Marken nicht. Käufern solcher Marken entsteht ja durch die Entfernung aus dem Katalog ein Schaden, für den niemand geradestehen möchte. Schicksal.

    Bei Thurn und Taxis findet sich im MICHEL 2009 die 15F und 21F (1 Sgr. bzw. 3 Kr. blau, teilweise Schwarzdruck). Das sind schwer bleisulfidgeschädigte Marken, wie man sie heute hundertfach antreffen kann und auf jeder Briefmarkenmesse sieht. Für eine solche Ruine auf Brief liegt mir ein Attest eines Bundesprüfers aus dem Jahre 1996 vor, in dem steht: "Der Farbfehldruck der 1 Sgr. (15F) ist auf Brief selten." Man beachte das Wort Farbfehldruck!

    Nun habe ich durchaus Verständnis für Blackouts, die einem Prüfer genauso wie mir passieren können. Aber muss man solche Atteste bis zum Sankt-Nimmerleinstag zirkulieren lassen? Und vor allem: warum steht ein derartiger Unfug jahrzehntelang im MICHEL?

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 15. Mai 2009 um 07:41

    @ oisch: Dein Versuch mit dem Bleiacetatpapier war äußerst aufschlussreich.

    Bleihaltige Farben wurden bis in die Neuzeit verwendet, aber lt. Auskunft von Farbenherstellern gut "ummantelt", d.h. wohl, das Blei konnte nicht mehr austreten bzw. mit anderen Stoffen reagieren. Siehe auch Eröffnungsposting im BDPh-Thread in "Tipps und Tricks".

    Gelbe bzw. orangefarbige Marken, die mit Chromgelb hergestellt wurden, sind stark bleisulfidgefährdet. Wurden sie mit dem teuren kadmiumgelb hergestellt, besteht wohl keine Gefahr. Wohl deshalb gibt es keine bleisulfidgeschädigten Dt. Reich Nr. 14, 15 oder 18 und 24 (1/2 Groschen bzw. 2 Kr.orange), während die "ziegelroten" Nr. 3 und Nr. 8 in den Hart-PVC-Folien furchtbar leiden und oft schon nach sehr kurzer Zeit ihre Farbe ruiniert haben.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 14. Mai 2009 um 18:53

    Nach meinen Beobachtungen ist von Bleisulfidschäden in der Regel die Bayern Michel-Nummer 9 b betroffen, soweit man das bei geschädigten Marken feststellen kann, d.h., befinden sich beispielsweise auf einer Albenseite 9a und 9b zusammen, kommen die 9a offenbar in der Regel ungeschoren davon. Auf dem gezeigten Brief befinden sich wohl 9a und 9b zusammen als Mischfrankatur, wobei die 9b schon sehr deutlich nachgedunkelt ist (verfärbt).

    Fast immer tendieren karmine bzw. rosakarmine Farben unter Bleisulfideinfluss zu weinroten Tönen in verschiedenen Abstufungen. So ist eine weinrote/lilarote Preußen 16b (unsinnigerweise neuerdings als eigene Michelfarbe gelistet; eine 16b ist immer verfärbt!!) oder eine weinrote Sachsen 16, NDP 16, Dt. Reich 19 immer bleisulfidgeschädigt und müssten zwangsläufig als 2. Wahl gelten, da sie ihre Originalfarbe eingebüßt haben.

    Das gleiche Phänomen findet sich bei späten Dt. Reich Dienstmarken (z.B. Dienst 161) und Alliierte Besetzung 12 Pfg. Auch hier listet MICHEL mit All. Besetzung 919F (** 1000,-; gestp. 800,- €) eine Farbabart auf, die ihre Existenz den Bleisulfidschäden verdankt und wohl jederzeit mit normalen Marken herstellbar ist. Warum hier seitens der zuständigen Prüfer nicht eingegriffen und bei MICHEL interveniert wird, ist mir schleierhaft.

  • Castell, aber wer genau?

    • PALAISS
    • 25. Januar 2009 um 12:46

    Ja, die Antwort steht doch schon genau auf dem Brief:

    "Castel, ein Schloß und Flecken in Deutschland in dem fränkischen Kreise, nicht weit von den Grenzen des Bistums Würzburg, am Steigerwalde, 2 Meilen von Kitzingen."

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 24. Dezember 2008 um 13:42

    Die Bleisulfidschäden haben mittlerweile ein so riesiges Ausmaß erreicht, dass es kaum mehr Sinn macht, hier einzelne Angebote aus Auktionen herauszupicken und die Anbieter zu kritisieren. Allenfalls macht die Dokumentation der verschiedenen Schadensarten mit Bildmaterial Sinn, z.B. in der Art von Postschild

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 10. Dezember 2008 um 14:14

    Nigel, das interessante an diesem Artikel ist doch, dass unsere Sicht der Dinge von jemandem, den man normalerweise der "Gegenseite" zurechnen könnte, bestätigt wird.

    Ich selbst finde diesen Artikel außergewöhnlich gut, weil er -im Gegensatz zu den vom eigentlichen Problem ja oft abdriftenden Artikeln in der PHILATELIE- die Kunststoffproblematik isoliert betrachtet und auf den Punkt bringt.

    Bis jetzt hatten wir alle möglichen Stellungnahmen zum Thema aus der Sicht der Philatelisten, Archivare, Albenhersteller oder etwa allgemeiner Chemiker, die oft genug weitschweifig am eigentlichen Problem vorbeigingen oder es beschönigten.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 10. Dezember 2008 um 09:48

    In dem dänischen Briefmarkenmagazin fand sich ein bemerkenswerter Artikel zum Thema.

    Ib Krarup Rasmussen, über zahlreiche Jahre Produktionsleiter in einem kunstoffverarbeitenden Betrieb, schildert die Problematik aus seiner Sicht.

    Zur Zeit liegt nur eine englische Übersetzung, vorgefunden im Board von Richard Frajola/USA, vor. Auch eine deutsche Übersetzung wäre hilfreich.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 5. Juni 2008 um 15:01

    Im neuen Deutschland-Spezial konnten wir zum Thema Bleisulfidschäden nichts finden. Es wären entsprechende Hinweise bzw. Warnungen in der Einleitung unter der Rubrik "Markenfarben" oder bei anderer Gelegenheit (Vorwort usw.) angebracht.

    Mutmaßliche typische Bleisulfidfarben wie Preußen 16b oder etwa Alliierte Besetzung 919F (Mi. ** 1.200,-; gestp. 1.000,-; auf Brief 1.200,-!) sind im MICHEL immer noch vertreten. Der BPP sollte sich entschieden dagegen aussprechen, dass solche Marken von ArGe- oder BPP-Mitgliedern geprüft bzw. attestiert werden. Bereits in der Vergangenheit wurden ähnlich gelagerte Aufnahmen von offensichtlich bleisulfidgeschädigten Markenfarben (wie der "Farbfehldruck" NDP 16F) nach kurzer Zeit wieder aus dem Katalog entfernt. Hier erfolgt jetzt der Hinweis: "Bei MiNr. 16 kommen Verfärbungen bis zu (dunkel)lilakarmin vor." Diese Notiz dürfen wir dann auch hoffentlich im nächsten Spezial für die Preußen Nr. 16 erwarten?

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 2. Juni 2008 um 18:40

    Bundesprüfer Hans-Michael Krug bezeichnet die Marke in seinem neuen Attest als "stärker oxydiert".

    Es sollte sich unter den Prüfern, erst recht unter denen mit chemischer Ausbildung, herumgesprochen haben, dass für bleisulfidgeschädigte Marken die Bezeichnung "oxydiert" fehl am Platze ist.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 2. Juni 2008 um 07:59

    Zum Thema Bleiweiß/Ansichtskarten siehe auch Eröffnungsposting zum Thread "Bleisulfidschäden - Betroffene Marken, Abhilfe" unter > Tipps und Tricks.

    Es ist nicht zu empfehlen, mit Bleiweiß beschichtete Ansichtskarten (meist Lithos, aber auch spätere Ereigniskarten usw.) in den handelsüblichen und sehr weit verbreiteten Hüllen aus Hart-PVC zu belassen. Man muss davon ausgehen, dass sich wegen der Enge in der Nähe der "verschweißten" Ränder ein Mikroklima bilden kann, dass die Beisulfidbildung begünstigt. Deshalb verfärben sich die betroffenen Karten fast immer von den Rändern ausgehend bräunlich bis schwarz.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 26. Mai 2008 um 07:43

    Bei der oben abgebildeten Oldenburg 16B handelt es sich um einen Bleisulfidschaden der Schadenskategorie 1b (vgl. BDPh-Forum, > Philatelieszene, > Folienproblematik, Markenauflistung). Die Schadenskategorie 1 wurde im Flyer "Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken" noch nicht in 1a und 1b unterteilt.

    Diese durchschlagende Dunkelfärbung ist offenbar drucktechnisch oder durch die Gummierung bedingt und findet sich neben der Oldenburg 16B u.a. bei der Lübeck 9 oder der Schleswig-Holstein Nr. 14 und 18. Nach meinen Beobachtungen sind diese Marken nach mehr oder weniger langer Aufbewahrungszeit unter Hart-PVC-Folien regelmäßig von Bleisulfidschäden betroffen.

    Es fällt auf, dass alle Marken ein ovales Druckbild zeigen mit einem teils dunklen Innenteil, der sich ebenfalls nach einem Bleisulfidschaden rückseitig zeigt.

    Bei drucktechnisch ähnlichen Markenausgaben mit achteckigem Motiv (wie bei Preußen Wappenausgaben) oder "gezacktem" Oval (wie bei Sachsen Wappenausgaben) konnte man diese Schadenskategorie bisher noch nicht ausmachen.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 10. Mai 2008 um 08:22

    @ aleks

    Auch mir erscheint Deine Frage, ob die von postschild abgebildete Preußen 23 einen Bleisulfidschaden hat, schleierhaft.

    Du hast doch die ganzen Diskussionen im BDPh-Forum und in den anderen Foren verfolgt. Die Schäden sind doch klar ersichtlich, insbesondere bei den Gelb- und Orangetönen. Vor allem bei den Marken im Buchdruck bzw. mit Wappenprägungen usw. sind die bleisulfidgeschädigten Marken fleckig und sofort als solche auszumachen. Im Bereich der Prägung konnte sich das Mikroklima oft schlecht entwickeln und deshalb verfärben sich diese Marken praktisch immer (wie bei den Ansichtskarten auch) von den Rändern aus. Hier im Thread und auch im BDPh-Forum ist eine große Anzahl derartiger Marken abgebildet, besonders deutlich zu erkennen auch bei den Brustschildmarken.

    Bleisulfidschäden hat es schon immer gegeben, genauso, wie schon immer im Rhein tote Fische gefunden wurden. Wenn auf einmal aber zehntausende toter Fische angelandet werden, kann man das wohl kaum auf die allgemeine Wasserqualität oder mangelnde Robustheit der Fische zurückführen, sondern es muss einen anderen Auslöser geben.

    Die bekannten Bleisulfidschäden hielten sich bis ca. 1975 in einem bescheidenen Rahmen und beschränkten sich zudem auf relativ wenige Marken in Orange- und Gelbtönen. Schäden bei anderen Farben oder die Schadensklasse 2 (Veränderungen des farbigen Papieres) waren große Ausnahmen. Nach meinen Beobachtungen gibt es keine Hinweise dafür, dass bei normaler Lagerung außerhalb von Hart-PVC-Folien in den letzten 33 Jahren irgendwelche Bleisulfidschäden entstanden sind. Warum man das immer wiederholen muss, erschließt sich mir nicht. Jedenfalls nicht für Forenteilnehmer, die die Diskussionen über die Problematik seit Anfang an verfoilgt haben.

    Gäbe es einen Indizienprozess, sähe es für die Hart-PVC-Folien doch wohl sehr schlecht aus. Wir können gerne einmal bei einer x-beliebigen großen Messe einige Händlerstände besuchen und uns nur die Gebiete Preußen, Taxis, NDP und Brustschilde anschauen. Fast alle deutschen Händler (auch schweizerische und französische; amerikanische und englische weit weniger) haben ihre Bestände unter Hart-PVC-Folien untergebracht. Ich garantiere Dir: In wenigen Stunden haben wir viele hundert auch schwer bleisulfidgeschädigte Marken lokalisiert. Und praktisch alle befinden sich noch unter Hart-PVC-Folien und es sind immerfort die gleichen Marken betroffen. Bei alternativer Unterbringung findest Du äußerst selten bleisulfidgeschädigte Marken.

    Die ganze Ablenkerei und Abwiegelei hilft uns doch nicht weiter: Herr Erich H. Slaby von der MICHEL-Rundschau meint in seinem Editoral 5/2008, Falze hätten weit öfter Markenschäden verursacht und es könnten neben den Folien auch andere Ursachen für die Bleisulfidschäden in Frage kommen, als da wären: Mineralquellen, Kläranlagen, Abwasserleitungen, Komposthaufen, Luftverschmutzung in der Nähe von Industriegebieten (die es bei uns freilich seit 20 Jahren durch die Behördenauflagen nicht mehr gibt), auch die normale "frische Luft" käme in Frage, weil sie Schwefel enthält, usw.

    Einige APHV-Funktionäre und Albenhersteller machten Holzschutzmittel, die Auswirkungen der Oderflut, die Hitze von alten Kanonenöfen, die Lagerung der Sammlung in der Nähe einer Sauna, den angeblichen Luftabschluss in Tresoren oder gar Sammler, die vergessen hatten, ihre Alben regelmäßig durchzublättern, für die Schäden verantwortlich. Ich meine, derjenige, der seine Sammlung bei mäßiger Hitze in einem Backofen 1/2 Stunde braten lässt, läuft ebenfalls Gefahr, Bleisulfidschäden zu erleiden.

    Man findet die Bleisulfidschäden in aller Regel in Aufbewahrungsmitteln aus Hart-PVC. Genau diese Folien schirmen die Marken von den meisten der oben genannten äußeren Einflüsse ab. Wie soll denn die angeblich so schädliche schwefelhaltige frische Luft oder das Holzschutzmittel die Marken überhaupt erreichen, wenn sie innerhalb der Blattschutzfolien hermetisch von der Außenwelt abgeschottet werden?

    In meiner 50. Auktion versteigerte ich die Württemberg-Stempelsammlung eines bekannten Stuttgarter Unternehmers. 30 Bände, viele tausend Marken, eine wirklich enorme Anzahl bleisulfidgeschädigter Marken, vor allem der Schadenskategorie 2 (eine Unzahl der Mi.-Nr. 2, auch Kategorie 1 bei Nr. 7 u.a., Marken, die in Stempelsammlungen natürlich massenhaft vorkommen). Wertvolle Stumme Stempel, die man kaum noch erkennen konnte, weil die Marken schwarz waren usw. The purest Horror!!

    Was war passiert: Der Sammler hatte Anfang der Achziger Jahre, kurz vor seinem Tod, die gesamte Kollektion neu aufgezogen und unter Blattschutzhüllen aus Hart-PVC untergebracht und darunter schmorten die Marken über 20 Jahre lang. Dass die Blattschutzhüllen die Ursache für die Veränderungen waren, ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

    In meiner aktuellen Auktion habe ich ebenfalls eine sehr große Württemberg-Stempelsammlung zur Auflösung. Wieder einige tausend Marken und Briefe. Der Sammler ist Anfang der Neunziger Jahre verstorben und hatte in den 1960er-Jahren damit begonnen, alles in Alben mit stinkendem und sich stark wellenden, gemeinhin als äußerst gefährlich geltendem Weich-PVC unterzubringen. Und in diesen rund 40 Jahre alten Alben, die sich mittlerweile in einem schlechten Zustand befanden, habe ich die Sammlung bei der Witwe abgeholt.

    In dieser Sammlung gab es keinen einzigen Bleisulfidschaden! Wie denn auch: In den Weich-PVC-Folien findet sich kein schwefelhaltiger Stabilisator! Es gab bei den klassischen Marken überhaupt keine Schäden, die offensichtlich auf die Unterbringung in diesen Weich-PVC-Alben zurückzuführen gewesen wären! Lediglich bei einem Vignettenblock aus den 1950er-Jahren wanderte die violette Farbe teils von der "Marke" in die Folie.

    Ob Aleks, die Fachpresse, Herr Slaby, Herr Hohenester, der BDPh-Vorstand, die Albenhersteller, die Sammler, die Händler und die Richter gewisse Zusammenhänge jemals begreifen werden, weiß ich nicht. Vielleicht wollen sie sie einfach nicht begreifen.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 9. Mai 2008 um 08:11

    @ postschild

    Nochmals herzlichen Dank Dir und Deinem Freund für die Bemühungen bei der Übersetzung des Flyers. Einige Reaktionen sind schon angekommen.

    Der Handel steht den Bleisulfidschäden erstaunlich gleichgültig gegenüber. Kaum ein Händler, der seine Sachen seit Jahren bzw. seit Jahrzehnten in den handelsüblichen PVC-Albensystemen, Brieffolien usw. unterbringt und die regelmäßigen Verluste tagtäglich vor Augen hat, ändert die Aufbewahrungsart.

    Von allen in Sindelfingen vertretenen Händlern haben nach meinen Beobachtungen lediglich drei im Laufe der Zeit ihre Marken und Briefe alternativ untergebracht. Das ist besonders bemerkenswert, da die geschädigten Belege kaum noch verkäuflich sein dürften und den Kollegen ein ganz beträchtlicher Schaden entsteht. Seit rund 15 Jahren weise ich die Händler und auch Aussteller anhand von deutlich bleisulfidgeschädigten Belegen auf das Gefährdungspotential hin, in der Regel wird das als lästig empfunden. Ein Sindelfinger Händler, der im Jahre 2002 von mir und anderen Kollegen u.a. auf den Verlust von mehreren postfrischen und ungebrauchten Dt. Reich Nr. 3 und 8 (den beiliegenden Attesten aus dem gleichen Jahr zufolge binnen weniger Monate!!) aufmerksam gemacht wurde, hatte bei der letzten Sindelfinger Messe seine Ware wie gehabt in den gleichen Hart-PVC-Alben untergebracht.

    Und dann die Prüfer: In einem dieser Tage erhaltenen Auktionskatalog finden sich unter Los 1176 und 1177 mit der Alliierten Besetzung Nr. 919F in meinen Augen eindeutig bleisulfidgeschädigte Marken, natürlich mit entsprechenden Attesten! Wie lange wird es denn noch dauern, bis solche "Farbfehldrucke" (vgl. auch Preußen Mi. 16b) aus dem MICHEL verschwinden und die "Prüfer" aufhören, diese Raritäten zu attestieren?

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 4. Mai 2008 um 09:57

    Die Frage, ob in den Hart-PVC-Folien Weichmacher enthalten sind, ist nach wie vor ungeklärt.

    Praktisch alle Alben- bzw. Folienhersteller betonen in ihren Produktinformationen die völlige Weichmacherfreiheit der Hart-PVC-Folien. Sie werden beispielsweise von der Firma X als "garantiert weichmacherfrei" bezeichnet bzw. "Die von uns eingesetzte Hart-PVC-Folie ist weichmacher- und säurefrei." Einem nachfragenden Bayernsammler bestätigte die Firma Y am 4.2.2008: "Die Blattschutzhüllen sind Spezial-Hart-PVC-Folien, welche absolut weichmacher- und säurefrei, maß- und formfest sowie auch alterungsbeständig gemäß Herstellerangaben sind. Sie können also ihre Sammlerstücke weiterhin mit gutem Gewissen aufbewahren."

    Es fällt die Einschränkung "gemäß Herstellerangaben" auf. In PHILATELIE 4/2008 enthält die Produktinformation der Firma Y bei den Hart-PVC-Folien als weitere Einschränkung den Zusatz "mit esterartiger Komponente".

    In einem Schreiben der Firma INEOS Films vom 2.4.2008, die einem Teil der Albenhersteller das Rohmaterial in Rollen liefert, heißt es: "Hiermit bestätigen wir, dass in INEOS Films Hart-PVC-Folien für den Einsatz für Briefmarkenalben keinerlei Weichmacher als konstitutionelle Additive eingesetzt werden."

    Diese Aussage schließt nicht aus, dass in den Hart-PVC-Folien dennoch Weichmacher enthalten sind, sondern bestätigt lediglich, dass von dieser Firma keine Weichmacher bewusst zugesetzt werden. Verschiedene Analysen der handelsüblichen Hart-PVC-Folien detektieren sowohl kleine Anteile von chemischen Weichmachern (Phthalate) als auch rund 1,5 % Ölsäure-Ester, die als natürliche Weichmacher bzw. Gleitmittel gelten. So heißt es in WIPO, Use of Bleached Biodiesel as a Plasticizer: "Eine andere Klasse von Weichmachern sind natürliche Ester. Bekannt sind Ölsäure-Ester u.a. Sie werden u.a. für flexibles PVC eingesetzt."

    Auf telefonische Nachfrage bei der Firma INEOS Films wurde mir erklärt, dass für den Lebensmittelbereich ein Grenzwert von 1,5 % derartiger Ölsäure-Ester gilt, der eingehalten wird. Möglicherweise werden deswegen die Hart-PVC-Folien als "weichmacherfrei" vermarktet. Lebensmittelverpackungen haben allerdings im Gegensatz zu Aufbewahrungsmitteln für philatelistische Zwecke nur eine ganz kurze vorgesehene Lebensdauer. Auf weitere Nachfrage vor einigen Wochen per Fax mit u.a. gegoogelten Auszügen aus Artikeln der Firma BAYER usw., die eine Hart-PVC-Produktion ohne Weichmacherzusatz für die allermeisten Verwendungen (also auch Folien) ausschließen und sich m.E. alleine schon deshalb die Aussage "absolut weichmacher- und säurefrei" verbietet, erhielt ich bisher keine Antwort.

    In einem Gutachten der EMPA vom 19.6.1995 heißt es: "Speziell weichmacherhaltige Folien sind im Philateliebereich als bedenklich einzustufen, da Weichmacher in das Papier migrieren kann oder Papier-Inhaltsstoffe und Druckfarbenbestandteile in die Folie eindringen können. Ebenfalls können Bleisalze, welche z.B. als Stabilisatoren eingesetzt werden, mit einigen Druckfarben reagieren." In einer Stellungnahme der Firma BAYER heißt es, dass Hart-PVC-Folien bis zu 12 % Weichmacher enthalten können.

    Die völlige Weichmacherfreiheit der für Sammlerzwecke verwendeten Kunststoffe ist für Philatelisten besonders wichtig. Weich-PVC-Folien mit einem Anteil von ca. 20-30 % Weichmachern waren bis etwa 1975 für Briefmarken-Aufbewahrungszwecke in Gebrauch und haben nachweislich erhebliche Schäden angerichtet. Offensichtlich durch die Aufbewahrung in Weich-PVC-Folien entstandene Bleisulfidschäden sind allerdings bisher nicht bekannt geworden. Es besteht der Verdacht, dass Hart-PVC-Folien neben den bekannten Beisulfidschäden auch zu Veränderungen wie wandernden Fluoreszenzen, Abblättern z.B. metallischer Farben, Beeinträchtigungen des Gummis usw. beitragen können. Eine fehlende Weichmacherfreiheit könnte die Ursache für diese Veränderungen sein.

    Sollte es sich bestätigen, dass die handelsüblichen Hart-PVC-Folien Weichmacher (in welcher Form und in welchem Umfange auch immer) enthalten, erscheint es zwingend notwendig, dass die Alben- und Folienhersteller in ihren Produktinformationen deutlich darauf hinweisen. Nach Lage der Dinge zweifelhafte Garantien wie "absolut weichmacherfrei" wiegen die Verbraucher in einer trügerischen Sicherheit. Hinweise wie "mit esterartiger" Komponente sind keinesfalls aussagekräftig.

  • Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

    • PALAISS
    • 16. April 2008 um 20:13

    @ wissbegierig

    Die Bayern Nr. 8 gibt es wegen der vielen Auflagen in zahlreichen Nuancen.

    Die obige Marke hat keinen typischen Bleisulfidschaden. Eine Behandlung Wasserstoffperoxyd ist völlig deplaziert.

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