Wechselvolle Geschichte in Tetovo:
bis 1913 zu Türkei
bis 1918 zu Bulgarien
bis 1991 zu Jugoslawien
seitdem zu Makedonien, irgendwann vielleicht zu Albanien....
1917 waren dort auch deutschte Truppen stationiert, wie der Briefinhalt belegt - warum wurde der Brief nicht per Feldpost verschickt ?
Kann jemand die Absenderangabe auf der Vorderseite überstzen?
Gruß rabege
Feldpost 1917 aus Tetovo
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Wie kommst Du auf Feldpost? Sieht für mich nach einem normalen, zensierten Brief aus.
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Hallo Rabege,
Der Absender ist nicht lesbar, aber das dritte Wort scheint der Familienname zu sein. Der gleiche taucht auch in der Anschrift auf, was wohl auf eine Familienkorrespondenz hindeutet.
Bulgarien war ein Verbündeter Deutschlands. Es gab nur einige wenige deutsche Einheiten im Land, und nur die Schwierigkeiten der unterschiedlichen Sprachen führte zur Einführung einer deutschen Feldpost. Die Feldpoststation 185 befand sich in Sofia, sonst gab es noch 10 Feldpostanstalten, von denen 2 ( 178 und 227) sich bei bulgarischen Armeen befanden.
Dein Brief ging wohl an die Familie eines bulgarischen Armeeangehörigen? im Lande. Er wurde mit der bulgarischen Post befördert, natürlich zensuriert in Skopie durch die Militär Zensur ? ( Aufschrift auf dem Verschlußzettel). So ein Brief hatte mit der deutschen Feldpost nichts zu tun.
Wenn es ein bulgarischer Feldpostbrief ist? Es wäre auch möglich, das es ein normaler Brief ist, was auch die Frankatur erklären würde.Leider kann ich nicht weiter helfen.
Gruss BaD
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Vielleicht mache ich viel Wind um nichts- ich weiß es eben nicht, deshalb frage ich...
Erstmal sieht man einen eingeschriebenen, zensierten Inlandsbrief - soweit nichts Besonderes.
Auf der Vorderseite ist noch ein Stempel, den ich nicht deuten kann, mE jedoch kein Zensurstpl.
Interessant wurde der Brief durch den Inhalt, hier schreibt ein deutscher Soldat aus München an seine Frau.
Offenkundig beherscht er bulgarisch und ist in einer Schreibstube eingesetzt, sein Vorgesetzter ist ein deutscher Oberst, seine Gehilfen Bulgaren, von deren Arbeitsleistung er wenig überzeugt ist.
Seine Frau, um deren Gesundheitszustand er sich sorgt, befindet sich zur Kur am Schwarzen Meer, wichtige Befunde aus München werden dringend erwartet.
Daraus haben sich für mich einige Fragen ergeben:
War die Feldpost überhaupt für Inlandsbriefe im befreundeten Ausland zuständig?
Ist der Brief ganz frankiert oder nur die Zusatzleistung Einschreiben ?
Da keine deutschen Stempel zu finden sind, war es vielleicht eine gemischte Einheit, und der Brief wurde mit der bulgarischen Feldpost befördert ?
(Da könnte dann der Stempel auf der Vorderseite zu passen)
Gruß rabege