Tauschtag: Briefmarken- und Münzsammler treffen sich und suchen nach begehrten Marken
Die Briefmarken- und Münzsammler haben zwar die Ruhe weg, wenn es darum geht, die Briefmarken vorsichtig zu begutachten oder mit Pinzetten in ein Album einzusortieren. Doch bei den Tauschtagen geraten selbst die sonst eher ruhigen Sammler in Euphorie. Zweimal pro Jahr veranstaltet der Briefmarken- und Münzclub 1905 Ludwigshafen die Tauschtage in der ESV-Sporthalle. Rund 500 Gäste zählte der Vorsitzende Walter Hecke.
Zahlreiche Händler waren mit Katalogen, einer riesigen Auswahl an Postkarten, Briefen, Alben oder Münzen und Marken aus aller Herren Länder zu den Tauschtagen angereist. Doch vor allem an den Tische zum Tauschen saßen die Sammler. "Ich habe so viele Marken, darunter etliche mehrfach", erklärte Oliver Scharffenberger aus Ludwigshafen. Als Kind habe er schon die ersten Marken gesammelt. "In der Pubertät habe ich dann ausgesetzt und so mit 24 Jahren erneut das Sammeln begonnen", erinnert er sich gerne zurück.
An einem anderen Tisch sitzt eine Gruppe um einen hohen Haufen Marken und sortiert eifrig. "Das ist Kiloware, darin suche ich nach Neuheiten der vergangenen fünf Jahre," erklärt Wolfgang Bechthoff aus Frankfurt. Wie er versuchen die meisten leidenschaftlichen Sammler hier günstig an ihre gesuchten Marken zu kommen. "Man kann natürlich auch Marken von Händlern kaufen, aber nie zum Katalogpreis, nur mit kräftigem Abschlag", so Bechthoffs Tipp. "Wer Briefmarken sammelt, um damit Geld zu verdienen, der ist hier falsch", ergänzt Walter Hecke. Rund 250 Mitglieder hat sein Verein, darunter etwa 40 Frauen. Im Jugendclub sind 25 Kinder.
Elfi Krämer aus der Nähe um Alzey sucht nur Marken mit Schildkröten. Rund 1500 besitzt sie schon. "Es gibt aber auch weltweit nur etwa 2000 verschiedene solcher Motive", meinte sie und von den Tongainseln konnte sie nun einige Exemplare hier erwerben.
Die Münzsammler waren in der Minderheit. Manfred Kehl aus Bockenheim kauft Münzen und versucht, sie später mit Gewinn zu veräußern, um sein Hobby Briefmarken zu finanzieren. Pro Tag investiert er mindestens eine Stunde in sein Hobby. "Meine Frau findet das nicht so toll," gab er zu. "Die nennt mich nur noch Altpapiersammler," schmunzelte er und durchsuchte weiter verschiedene Alben.
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