Durch Postwertzeichen Zugang zu Themen aus Technik und Geschichte / Hauptschüler aus Vlotho stellen im Rathaus aus
Vlotho (kav). Die gute alte Briefmarkensammlung gilt vielen als Synonym für schlechte Annäherungsversuche. Flirten ist jedoch nicht das Ziel der Hauptschüler aus Vlotho. Sie haben sich von Briefmarkenmotiven inspirieren lassen, um sich Themen aus den Bereichen Geschichte und Technik zu nähern.
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Das Foyer des Vlothoer Rathauses wurde gestern von Jugendlichen bevölkert. Eine kleine Gruppe sitzt entspannt in der Ecke, die anderen sind damit beschäftigt, die Collagen aus Briefmarken und Texten in Szene zu setzen. Schüler der Wahlpflichtgruppe 9/10 der Hauptschule Vlotho bereiten ihre Ausstellung vor.
Auf vielen Marken sind Bezüge zur Landesgeschichte, Kunst, Sport und Technik zu sehen. Das brachte den Lehrer Heinrich Kühr auf die Idee, die Postwertzeichen im Unterricht zu verwenden. "Ich habe das den Schülern eigentlich aufs Auge gedrückt", gibt Lehrer Kühr zu. Sein Ziel: "Die Schüler sollten einen anderen Zugang zu geschichtlichen Themen haben. Außerdem war es mir wichtig, dass die Schüler am Ende ein Projekt haben, dass sie der Öffentlichkeit vorstellen konnten", erklärt der engagierte Lehrer.
Meinungen der Schüler über das Projekt geteilt
Eigentlich hatten die Schüler der Wahlpflichtgruppe 9/10 ursprünglich das Thema Energieerzeugung gewählt. Durch einen Lehrerwechsel konnte das Thema jedoch nicht realisiert werden. Kühr, der für den anderen Lehrer einsprang, kam dann auf die Idee mit der Briefmarkensammlung. "Anfangs hatten wir alle überhaupt keine Lust darauf, aber dann hat es doch Spaß gemacht," meint Vanessa Diekmann. Die 17-Jährige hat sich gemeinsam mit dem 15-jährigen Carsten Rabbeau mit der Geschichte der Luftfahrt beschäftigt.
Die Meinungen über den Sinn und Zweck dieses Unterrichtsprojekts gingen unter den Schülern jedoch auseinander. Der 15-jährige Matthias Waldmann fand das Projekt nicht so spannend. Sein 17-jähriger Teampartner Max Michel stimmt ihm zu: "Briefmarkensammler werden wir beide sicher nicht."
Bei anderen wiederum kam die Idee gut an: "Eines Tages hat unser Lehrer Kisten mit Briefmarken mitgebracht, und dann konnten wir uns alleine aussuchen, welches Thema wir uns vornehmen. Ich fand die Idee gut", sagt der 17-jährige Marcel Voß. Er und sein Teampartner Patrick Glerean haben sich mit der Geschichte des Automobils beschäftigt. Sie haben verschiedene Briefmarken ausgewählt und dann selbst kurze Texte dazu geschrieben.
Andere technische Themen, die sich in der Ausstellung wiederfinden, sind die Geschichte der Kutschen oder Windmühlen, aber auch politische Themen wie die "Präsidenten der USA" oder "DDR und Berlin" werden gezeigt.
"Ich hab mir das Thema "DDR und Berlin" ausgesucht, weil ich auch ursprünglich aus dem Osten komme", erklärt die 16-jährige Christiane Hoff, ihre Motivation für ihr Thema. "Meine Eltern haben mir schon oft was darüber erzählt, und jetzt habe ich mich durch die Briefmarken mal damit auseinander gesetzt.
"Das ist ja auch für das Allgemeinwissen gut", ist das Fazit von Jessica Birkhahn. Sie sei vorher nicht auf die Idee gekommen, dass nicht nur Briefe interessante Geschichten erzählen können, sondern auch die Briefmarken selbst. Jessica sind in der Briefmarkenkiste von Lehrer Kühr die Briefmarken aufgefallen, die Telefone als Motive zeigten. Und so hat sie sich mit der Geschichte des Telefons befasst.
Dass die Arbeiten am Ende des Projekts öffentlich ausgestellt werden, kommt bei vielen Schülern gut an. "Da können wir zeigen, was wir geleistet haben", meint der 15-jährige Tiezian Kiefer stolz.
Die kleine Ausstellung läuft noch bis zum 29. Januar im Foyer des Rathauses Vlotho.
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