Hallo,
bei dem Chargè-Brief aus Aschaffenburg habe ich die Taxierung vermißt und dann auf der Rückseite gefunden.Gab es eine Vorschrift, wo Taxvermerke anzubringen sind?
Gruß rabege
Frage zu Bayernbrief
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Hallo rabege,
du hast einen hübschen Vormarkenzeitbrief. Der Absender zahlte 12 Kr. für den Brief und 4 Kr. für die Einschreibung (nie notiert).
In der linken unteren Ecke war es vorgeschrieben, den Vermerk
frei, frey, franko, franco, frankirt usw.
bei vom Absender bezahlter Absendung anzubringen. Fehlte dieser Franko - Vermerk, hatte dies der Absender nachzuholen.
Frankobriefe der VMZ erhielten siegelseitig die bezahlte Gebühr von der Aufgabepost aufgeschrieben.
Portobriefe bekamen vorderseitig die Gebühr aufgeschrieben, die der Empfänger zu zahlen hatte.Briefe, die vorn und hinten einen Gebührenvermerk aufweisen, sind sog. Teilfrankobriefe und verblieben üblicherweise nicht in einem Postgebiet.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Habe hier einen Brief anscheinend aus dem Jahr 1839 vom Kloster Heilsbronn nach Eibenstock in Sachsen.
Auf der vorderseite des Briefes über dem Ort Eibenstock ist eine 10 vermerkt, auf der Rückseite eine 12. Daher gehe ich mal davon aus, dass für den Brief insgesamt 22 Kreuzer bezahlt worden sind.
Wie sich aber die Gebühren zusammen gesetzt haben, kann ich nicht beurteilen.
Vielleicht kann jemand dies erklären?Gruß Xeno
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Hallo Xeno,
du hast hier einen Brief nach dem Postvertrag Bayerns mit Sachsen vom 1.3.1811 vor dir.
Es war eine teilfrankierte Sendung bis Hof, wofür der Absender 12 Kr. nach dem Reglement vom 1.12.1810 siegelseitig bezahlt hatte.
Ab der bayer. Grenze bis Eibenstock kostete er nochmals 10 Pfennige, die der Empfänger bezahlen musste. Diese entsprachen etwa 3 Kr., so dass die Gesamtkosten deines Briefes 15 Kr. betrugen.Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Hallo Experten,
was fällt Euch zu diesem Brief ein?
@bk: der fällt ja gerade noch in Deinen Sammelzeitraum.
Ist nicht mein Gebiet, aber ich bin neugierig. Vielen Dank schon mal für die Infos.
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Ich weiss nicht, ob ich mich da angesprochen fühlen soll, aber es ist ein Dienstbrief gewesen, der von Landshut als R.S. = Regierungs - Sache portofrei nach Ansbach lief.
Die Stempelfarbe wurde unerlaubt ab 1872 verwendet, weil durch die Zusammenlegung von Telegraphenämtern mit Postämtern und Verwaltungen diese violetten Stempelkissen verfügbar waren, und man sich dann den Erwerb der schwarzen Stempelfarbe ersparen konnte.
Mehrfach drohte man Strafen und Einschreitungen gegen die Benutzer dieser Stempelfarbe an, aber erst 1874 war der farbige Spuk zu Ende.Ich kann das Datum nicht erkennen, es sollte aber 1872 oder 73 sein.
Beste Grüsse von bayern klassisch
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Danke für die Infos. Ist doch interessant was ein Profi des Gebietes da noch dazu zu erzählen weiß. Danke bayern klassisch.
Das Datum ist der 15. Februar 1872.
Den Brief könnte man also einordnen in: Markenlose Briefe Altdeutschland mit Besonderheit unauthorisierte Stempelfarbe, oder?
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Hallo Rico,
das hast du gut subsummiert - so könnte man ihn treffend beschreiben.
Beste Grüsse von bayern klassisch, der keine Profi ist ...