Was war im Oktober 1918 in Berlin, das eine Erklärung geben könnte.
Landsturm und Heeressache, passt das zusammen? Habe lange gesucht, nichts gefunden.
Vielleicht kann ein Berliner helfen.
Danke BaD
Was war im Oktober 1918 in Berlin, das eine Erklärung geben könnte.
Landsturm und Heeressache, passt das zusammen? Habe lange gesucht, nichts gefunden.
Vielleicht kann ein Berliner helfen.
Danke BaD
Rohrpost
Franko Eilbestellung
laut ----------- Vereinbarung
Herrn Louis Behrens
Nicht schlecht 20 Minuten laufzeit, wohl kommt ein bißchen hinzu
mfG
Nigel
Landsturm, Heer
Dabei hatte das Heer das Oberkommando, der Landsturm musste nur Folge leisten.
Auch ist dabei nicht zu vergessen eben in diesen Tagen fingen die Soldatenräte und desweiteren zum Vorschein in die Politik zu kommen
mfG
Nigel
BaD:
Anfang Oktober wurde der Prinz Max von Baden zum Reichskanzler ernannt, die Oberste Heeresleitung erstattete den Reichstagsparteien Bericht über die militärische Lage, kurz um, es drohte der Zusammenbruch!
Nach diesem Bericht telegrafierte der neue Kanzler mit Paul v. Hindenburg der kurz darauf antwortete daß unter den derzeitigen Umständen ein Abbruch der Kampfhandlungen unumgänglich sei. Jeder weitere versäumte Tag kostet Tausende von Soldaten das Leben
Das könnte deine Frage beantworten, mal sehen ob wer etwas anderes vorschlägt?
Gruß
Landsturm ist einfach Infanterie der letzten Mobilisierungstufe. Davor werden erstmal Garde und Reguläre aufgerufen, danach Reserve und schließlich der Landsturm/Landwehr.
Also ganz regulärer Teil der Armee.
Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Landsturm den Reservisten zugeordnet.
Die Ausrufung der Republik 1918
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Am 3. Oktober 1918 wird eine parlamentarisch verantwortliche Regierung unter dem neuen Reichskanzler Max von Baden gebildet. Die Änderung der Verfassung von 1871 tritt am 28. Oktober in Kraft. Die wesentlichste Bestimmung lautet: "Der Reichskanzler bedarf zu seiner Amtsführung des Vertrauens des Reichstags." Damit war Deutschland eine Demokratie in der Staatsform der Monarchie (parlamentarische Monarchie). Hinter dem Reichskanzler stand mit den Sozialdemokraten, den Liberalen und dem Zentrum eine solide Parlamentsmehrheit.
Angesichts der drohenden militärischen Niederlage war die Oberste Heeresleitung für Friedensverhandlungen mit den Westmächten eingetreten. Um nicht selbst die Verantwortung für den verlorenen Krieg übernehmen zu müssen, hatte vor allem Ludendorff auf die Bildung einer parlamentarisch getragenen Regierung gedrängt. Diese sollte die Verhandlungen führen. Der Parlamentarismus war praktisch aus Furcht vor der Niederlage von oben (von Ludendorff) angeordnet worden.
Am 1. Oktober 1918 unterrichtete Ludendorf hohe Offiziere, "jetzt auch diejenigen Kreise an die Regierung zu bringen, denen wir es in der Hauptsache zu danken haben, dass wir so weit gekommen sind." Diese Verdrehung der Wahrheit legte den Keim für die so genannte Dolchstoßlegende, nach der die Heimat dem angeblich "im Felde unbesiegten deutschen Heer" in den Rücken gefallen war.
Reichskanzler Max von Baden zog zugleich alle kaiserlichen Vollmachten an sich, einschließlich der militärischen Kommandogewalt. Über Krieg und Frieden konnte ohne Zustimmung der Volksvertretung nicht mehr entschieden werden.
Prinz Max von Baden (1867 - 1929), letzter Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs (3.10.1918 - 9.11.1918)
Der Übergang zu einem parlamentarischen Regierungssystem war ohne Gewaltanwendung vollzogen worden. Allerdings tauchten schon damals Zweifel auf, ob die alten Führungsschichten die Wende, d.h. den Verlust ihrer Staatsgewalt, auf Dauer akzeptieren werden. Diese Zweifel waren berechtigt!
Von dieser Seite
mfG
Nigel
bei Google findest Du eine ganze Menge darüber.
Ich danke allen für die Mithilfe.
Folgende Gedanken oder Fragen von mir:
War Heerespost portofrei? Ja,bei der Feldpost.
War Heerespost portofrei als Rohrspost? Nein
Gab es noch die Feldpost in Berlin? Keine Ahnung
Wer hat die besondere Vereinbarung getroffen? Keine Ahnung
Fest steht für mich, unter normalen Bedingungen ist dieser Brief im deutschen Reich nicht möglich.
Gruss BaD
1. Es handelt sich um die militärische Version von Dienstpost. Feldpost ist Privatpost, die portobefreit ist. Die Streitkräfte selber verschicken aber auch Behördenpost und die war und ist selbstverständlich auch Portofrei, oder war deine Einberufung zur NVA (oder Bundeswehr?) frankiert?
2. Rohrpost: Nigel hat ja schon geschrieben was da in rot steht, das Wort das ihm fehlte ist "besonderer". Also augenscheinlich: Ja
3. siehe 1.: hat mit Feldpost nichts zu tun.
4. Für diese Zeit habe ich ähnliche Fragen bezüglich besonderer Versendungsarten, die plötzlich auftauchen...
Antworten findet man nur durch Zufall. Ich denke es wird eine Vereinbarung zwischen den Kommandobehörden des Heeres in Berlin und der Postdirektion Berlin gewesen sein.
Ich kann mich deinem Fazit nicht anschließen. Ein solcher Brief war unter normalen Kriegsbedingungen absolut möglich.
Heeressachen im Ortsverkehr waren portopflichtig. Nur im Fernverkehr waren solche Briefe vom Porto befreit Es wurden im Ortsverkehr teilweise auch Militärangehörige als Boten losgeschickt. Warum dieser Brief unfrankiert blieb dürfte somit mit der oben erwähnten Vereinbarung zusammenhängen.
Im Anhang ein Rohrpostbrief vom 10.2.1917.
In Berlin gab es ab 1900 einen Garnisons-Kurierposten, wie auch in 11 weiteren Städten, der die Heerespostbeförderung zwischen den militärischen Einrichtungen übernahm. Für Briefe, die als Heeressache gekennzeichnet waren und im Ortsbereich zu Privatpersonen befördert wurden, galt der Postzwang mit Gebührenpflicht. Dazu kommt, das der Brief mit Rohrpost befördert werden sollte, was mit einer Eilbeförderung gleichgesetzt werden kann. Er hätte also mit 35 Pf. frankiert werden müssen.
Wer hat diesen Brief so beschriftet: Es kann nur der Beamte auf dem Aufgabeamt gewesen sein, der über diese Vereinbarung informiert war.Und für wen? Für dem Beamten in dem Empfängerpostamt, der die Vereinbarung nicht kannte und den Brief ohne Frankatur mit Nachgebühr belegen oder retour gehen lassen musste!! Diese Vereinbarung wurde auf dem kleinen Dienstweg zwischem dem Bezirkskommando und vielleicht nur dem einen Postamt geschlossen. Eine Vereinbarung auf Höchster Ebene( Postdirektion) ist unwahrscheinlich.
Der Aufdruck Heeressache war eigentlich unnützt und diente bei den Briefen von Germaniafan nur als Richtpunkt, wo der Heeresangehörige seine Registriernummer vermerkte.
Warum ging ein Brief der von Schöneberg nach Schöneberg gehen sollte nach Berlin-Friedenau?
Es mußten an diesen Tag dieser und vielleicht auch andere Briefe ungewöhnlich eilig befördert werden, so das ein ungewöhnlicher Transportweg gewählt wurde. Warum nicht frankiert, fehlten die Marken oder Geld, keine Ahnung, was genau am 15.10.1918 in Schöneberg war.
Danke fürs lesen, euer BaD