Hallo,
ich habe in den letzten Monaten zwei Exemplare mit 1 Schilling-Wertstempel erworben, die für mich nicht klar interpretierbar sind (s. Anlage):
An der Stelle, wo bei reinen Frankobriefen die Gebühr von 5 Schillingen für Sendungen in den (entfernteren) Postverein neben dem Freivermerk vermerkt ist, steht jeweils eine 4, in der gleichen Farbe rot und mit blau durchgestrichen (wie der Wertstempel). Dies würde für eine Teilbarfrankierung sprechen (in der Summe 5 Schillinge) und weil in der Markenzeit die Barfrankierung auch noch recht häufig war. Aber warum wurden nicht -wie üblich- zusätzliche Marken verklebt, die ja bei den beiden großen Postämtern verfügbar gewesen sein müssten? (Es ist nicht erkennbar, dass Marken entfernt wurden)
Beide Briefe stammen aus dem Mai - besondere Situation?
Die Alternativerklärung wäre, dass die Sendung in den Postverein unterfrankiert war und Nachporto erhoben wurde. Aber dagegen sprechen mehrere Aspekte: 1. Die 4 dürfte eigentlich nicht neben dem Freivermerk stehen 2. es müsste eigentlich eine Nachtaxangabe in der Währung des Empfängers, der ja den Betrag nachentrichten musste, angegeben sein (bei dem Brief nach Tübingen in Kreuzer oder zumindest in Silbergroschen) 3. Wenn mit der Zahl 4 Schillinge gemeint sind fehlt der Nachportozuschlag in Höhe von 1 Silbergroschen.
Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr das Rätsel lüften oder zumindest einen Beitrag zur Klärung leisten könntet.
Interessant wäre für mich auch, ob weitere derartige Belege bekannt sind und welcher Wert ungefähr vorliegt.
mit herzlichen Sammlergrüßen
herrnschuster