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Ebay verkauf nach USA und UK

  • kasper45
  • 20. November 2012 um 20:15
  • kasper45
    neues Mitglied
    Beiträge
    1
    • 20. November 2012 um 20:15
    • #1

    Hi, ich bin dabei die Sammlung meines Vaters aufzulösen. Die Sammlung ist nicht komplett, bei Bund, Berlin und DDR fehlen einige Marken am Anfang. In Deutschland ist kein vernüftiger Preis für Sätze mehr zu erreichen. Aber wenn ich mir die Seiten auf Ebay in Amerika und England anschaue sieht das besser aus.
    Also wer hat erfahrung mit den verkauf über Ebay nach Übersee?
    Und wie funktioniert es?


    LG

    Maik

  • Saguarojo
    Gast
    • 21. November 2012 um 07:06
    • #2

    Habe beim Verkauf in die USA über ebay noch nie Probleme gehabt, obwohl ich immer mal wieder seit über 10 Jahren solche Abwicklungen habe. Wohlgemerkt: Briefe, keine Pakete.

  • Wandervogelgelb
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    • 21. November 2012 um 08:17
    • #3

    Bei mir sieht es ähnlich aus. Es haben sich aus Ebay-Kontakte sogar einige nette Mailwechsel mit historisch interessierten Menschen entwickelt. Amerikaner sind es gewohnt, mit Zahlungssystemen zu arbeiten (Paypal u.a.). Ich akzeptiere Paypal nur in Ausnahmefällen und nicht bei 1 € Verkäufen. Üblicherweise kommt nach einem Einkauf aus den US die übliche Frage "Paypal zahlen?". Ich biete die Freischaltung von Paypal dann für einen kleinen Aufschlag bei den Versankosten an, was bislang auch dankend akzeptiert wurde.

    Die USA sind Zollausland - d.h. bei hochpreisigen Artikeln muß (auch in Briefsendungen) die Zollerklärung ausgefüllt werden. Das bringt Mehraufwand mit sich. Außerdem sind natürlich die Zollbestimmungen einzuhalten, die sich aber weitgehend mit den Ebay Handelsverbotsregularien decken.

    Ich kenne auch Verkäufer, die auf Ebay.com handeln und in ihren Segmenten (z.B. Autografen, Geldscheine, Münzen) auf dieser Plattform wesentlich höhere Preise erzielen als auf Ebay-Deutschland. Wie das bei Briefmarken aussieht, kann ich allerdings nicht sagen. E-Bay.com hat wohl auch eine andere Preisstruktur (keine Sonderaktionen) und verlangt Paypal obligatorisch. Die Beschreibung der Artikel sollte in Englisch erfolgen. Die Reichweite ist hinsichtlich der USA natürlich wesentlich höher als bei Ebay Deutschland.

  • citynord
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    • 24. November 2012 um 11:56
    • #4

    Kaufe und verkaufe auch regelmäßig von/nach Übersee.
    Wenn Du mit PayPal-Zahlungen einverstanden bist, ist das alles ziemlich easy.
    Da ich, wie geschrieben, auch viel kaufe, lasse ich dass Geld grundsätzlich bei PayPal liegen.
    Dann entstehen Dir auch keine Kosten.
    Bei Angebote auf eBay com (Grundvoraussetzung für den amerikanischen Markt) bitte unbedingt die Portokosten angeben.
    Alle Angaben in US-Dollar !!!
    Bedenke auch Lieferzeiten.
    Grüße

    Meine Sammelgebiete: Heimatsammlung 1320 (16278) Angermünde (Uckermark) - (auch Münzen 1481-ca.1509, Ansichtskarten, Notgeld, Vorphilatelie, etc.),
    Deutsches Reich (alles)1872 - 1945 **/o, Russland bis 1923 **/o und sonstige Marken, welche mir gefallen.

  • Jurek
    Stamm Mitglied
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    1.038
    • 24. November 2012 um 16:46
    • #5

    Muss man bei PayPal Kontogebühren oder sowas zahlen?
    Kenne mich damit noch nicht aus.

  • Wandervogelgelb
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    • 24. November 2012 um 22:18
    • #6

    Nein, Kontogebühren gibt es dort nicht, aber auch keinen Zinsen auf die Einlagen. Auf jede Einzahlung muß der Empfänger (!) Provision zahlen. Da die Mindestgebühr für eine Transaktion relativ hoch ist, lohnt sich Paypal nicht bei 1-3 €- Verkäufen. Das auf Paypal-Konten liegende "virtuelle" Guthaben ist auch nicht durch irgendwelche Einlagensicherungssysteme geschützt. Geht Paypal Pleite, ist das Geld futsch.

    Viele Konteninhaber mit hohen Umsätzen klagen über willkürlich erscheinende Kontensperren, die z.T. sogar existenzgefährdend sind. Das kann bei Gewerblichen mit Massengeschäft schon bei wenigen angemeckerten Transaktionen oder geltdend gemachten Käuferschutzfällen passieren. Immer wieder wird darüber geklagt, daß von Paypal eingeforderte Beweisunterlagen für die Rechtmäßigkeit von Geschäftsbeziehungen oder den Beweis der Verkäuferindentität angeblich nicht angekommen sind. Die Kontrollsysteme scheinen z.T. automatisiert abzulaufen, der indivuelle Betreuungsstandart bei der Lösung von Problemfällen scheint, wie bei Ebay selbst, gelinde gesagt, unterentwickelt zu sein.

    Der von Paypal hoch beworbene Käuferschutz ist m.E. unter juristischen Gesichtspunkten nach deutschem Recht eine Farce und letztendlich gegen Paypal nicht durchsetzbar. Bei vom Privatverkäufer nicht nachgewiesenen Sendungen (Briefsendungen) hat dieser z.B. bei tatsächlichen (oder "behaupteten") Postverlusten schlichtweg die Arschkarte gezogen. Das nach deutschem Recht geltende Versandrisiko wird damit praktisch umgekehrt, was dem Mißbrauch durch unseriöse Käufer Tür und Tor offnet. Amerikanische Rechtsprinzipien sind unserem auf Interessenausgleich ausgerichteten Rechtskreis in vielen Bereichen wesensfremd, wenn man sich auf diese Spielregeln einläßt, sollte man hinterher aber nicht meckern.

    Ich selbst habe ein Paypal-Konto, biete Paypal aber nur in besonderen Fällen an (Fremdwährungsgebiete und Frankreich) und dann auch erst nach Auktionsende an. Käufer aus dem Nicht-Euro-Gebiet die ansonsten hohe Gebühren für eine Zahlung oder das Briefporto berappen müßten, sind dann zumeist sehr dankbar für das Angebot. Und das Geld kann eben blitzschnell auf dem Konto sein. In dieser Beziehung halte ich Paypal für unschlagbar.

    Probleme mit dem System hatte ich bislang nie, auch nicht beim Geldtansfer auf das Bezugsgirokonto, was ca. zwei Werktage dauert. Allerdings hatte ich bislang auch nur 5-10 Paypal-Transfers pro Jahr und selten mal eine Guthaben über 200 Euro.

  • Claude D.
    Stamm Mitglied
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    20. Februar 1963 (63)
    • 25. November 2012 um 00:12
    • #7

    Ich verkaufe und kaufe fast nur noch über eBay.com und benutze darum auch für alle meine Transaktionen PayPal. Erfahrungen habe ich bisher eigentlich nur gute gemacht.

    Klar zahlt man als Empfänger eine Provision, denn gratis arbeitet kein Geldinstitut - auch nicht eine normale Bank. Die Gebühr bei PayPal beträgt im Moment für eine empfangene Zahlung 3,4% plus 55 Rappen (wird in Deutschland wohl ähnlich sein).

    Ich hatte (früher) auch schon Fälle, wo der Käufer behauptete, er habe meine Sendung nicht erhalten. Es ist mir allerdings nie passiert, dass PayPal gleich meine Konto gesperrt hätte (habe ich auch noch nie gehört), sondern nur den umstrittenen Betrag der Sendung bis zur Klärung des Falles "eingefroren" hat. Und wenn auch die erste Stufe dieser Fälle automatisiert abläuft, so kam doch ziemlich schnell eine individuelle und persönliche Betreuung.

    Zitat

    Der von Paypal hoch beworbene Käuferschutz ist m.E. unter juristischen Gesichtspunkten nach deutschem Recht eine Farce und letztendlich gegen Paypal nicht durchsetzbar. Bei vom Privatverkäufer nicht nachgewiesenen Sendungen (Briefsendungen) hat dieser z.B. bei tatsächlichen (oder "behaupteten") Postverlusten schlichtweg die Arschkarte gezogen.

    Da erwähnst Du aber auch gleich die Lösung: Wem das Risiko zu gross ist, der muss seine Sendungen so aufgeben, dass sie nachverfolgbar sind. Versendet man seine Ware mit Nachverfolgungsnummer, kann man PayPal gegenüber beweisen, dass man die Sendung aufgegeben hat, und die Sache ist erledigt.

    Zitat

    Das nach deutschem Recht geltende Versandrisiko wird damit praktisch umgekehrt, was dem Mißbrauch durch unseriöse Käufer Tür und Tor offnet.

    Das nach deutschem Recht geltende Versandrisiko öffnet dem Missbrauch durch unseriöse Verkäufer Tür und Tor, da hat nämlich der Käufer, wenn er erst einmal bezahlt hat, keine Chance, wenn der Verkäufer nicht liefert bzw. behauptet, er habe die Ware versandt.

    Es hat eben beides seine Vor- und Nachteile. Ich habe meine Lehren aus den paar Verlustfällen gezogen, indem ich jetzt nur noch nach Westeuropa, Nordamerika (ohne Mexiko) und nach Australien verkaufe. Dahin liefere ich ohne Nachverfolgungsnummer (günstigeres Porto für den Käufer) und in diese Gebiete ist bisher auch immer alles gut gelaufen. Vom Versand nach Osteuropa, Afrika und Asien kann ich hingegen nur abraten.

  • Saguarojo
    Gast
    • 25. November 2012 um 07:41
    • #8

    @ Claude D.

    Zitat

    Vom Versand nach Osteuropa, Afrika und Asien kann ich hingegen nur abraten.

    Das mag für einige afrikanische Länder zutreffen. Aber mit asiatischen Ländern, und hier insbesondere mit islamischen Ländern, habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Hingegen sind mir in den christlichen Ländern von Südamerika schon einige Sendungen abhanden gekommen.

  • Wandervogelgelb
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    • 25. November 2012 um 10:54
    • #9

    Ich hatte bislang mit Osteuropa (Rußland, Baltikum, Polen) versandmäßig keine Probleme, in der letzten Zeit gab es allerdings auffällige zeitliche Zusammenhänge mit sehr dubiosen Mails osteuropäischer Herkunft (Mahnungen von nicht existierenden Firmen wegen angeblich nicht bezahlter technischer Geräte mit Anhang).

    Postverluste hatte ich bislang bei Deutschland und Frankreich, Postbeschädigungen bei Deutschland und Belgien (Nässeschaden bei Sturmtief), zum Glück handelte es nur um ein paar AK´s und alle Fälle konnten einvernehmlich geklärt werden.

    Versandrisikoregelungen benachteiligen immer eine Seite und wenn ich bei Ebay etwas von Privat kaufe, schaue ich mir das Profil des Verkäufers vorab schon ziemlich genau an. Bei Briefsendungen mit Wert ab 20 € biete ich Käufern unter Hinweis auf die in Deutschland geltende Risikoregelung fast immer den Versand per Einschreiben an. Mit einer guten Kommunikation kann man vielen Problemen aus dem Weg gehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Wandervogelgelb (25. November 2012 um 11:03)

  • Jurek
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    • 25. November 2012 um 11:09
    • #10

    Vielen herzlichen Dank Wandervogelgelb und Claude D. für diese interessante und ziemlich ausführliche Antwort! :)

    Noch etwas:

    Zitat

    Auf jede Einzahlung muß der Empfänger (!) Provision zahlen.


    Mit anderen Worten, von dem eingezahlten Geld wird nur dem PayPal-Empfänger was davon abgezogen, so dass er nicht wirklich die volle bezahlte Summe bekommt? -(wobei ich meine das mit einer Extraverbuchung, denn die eingezahlte Summe erscheint in voller Höhe).
    Weil dann rentiert sich eher nur selber per PayPal zu zahlen, aber nicht auf PayPal das Geld zu empfangen - bei kleineren Beträgen (sondern auf Bank-Kto.).
    Habe ich das richtig verstanden?

    Und was wurde gemeint mit "[55] Rappen"?

    Beste Grüße!

  • Wandervogelgelb
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    • 25. November 2012 um 11:27
    • #11

    So ist es, bei Kleinbeträgen lohnt sich Paypal für den Verkäufer wegen der Mindestgebühr überhaupt nicht.


    Um es einmal plastisch darzustellen: In Deutschland beträgt die Mindestgebühr bei Paypal 1,9 % + 35 Cent (Schweiz: Mindestgebühr + 55 Schweizer Rappen). Bei einem 1 € Verkauf und Versandkosten von 60 Cent (Brief) kassiert Paypal von den 1,60 € vom Empfänger 38 Cent, dazu kommen die 9 Cent Ebay Gebühren. Bei der Fremdwährungsumrechnung kommen noch 2,5 - 4 % Provision dazu. Der Verkäufer verliert also mindestens 47 % seines Umsatzes an den Ebay-Konzern. Jeder von uns weiß, wie mühselig z.B. das Einstellen einer Briefmarke oder einer Ansichtskarte ist, wie genau z.B. eine Beschreibung sein muß, um nicht angemeckert zu werden.


    Natürlich darf jeder Käufer mit Paypal bezahlen, wenn dies angeboten wird, als Käufer sollte man aber auch im Auge haben, dass der Verkäufer nicht einen großen Teil seines Umsatzes (Ebay Gebühr + Paypal) an den Ebay-Konzern verliert. Das gehört m.E. zum fairen Umgang miteinander.

    Auch wenn Paypal etwas weniger aufwendig ist, Überweisung und SEPA-Überweisung hat bei mir Vorrang.

    2 Mal editiert, zuletzt von Wandervogelgelb (25. November 2012 um 11:45)

  • Jurek
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    • 25. November 2012 um 13:46
    • #12

    Vielen Dank auch für diese ergänzende Infos! :)

    Schönen Sonntagnachmittag!

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