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  5. Österreich ab 1945

Sammlerschutz

  • Berni17
  • 16. September 2006 um 23:42
  • Berni17
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    17. Februar
    • 16. September 2006 um 23:42
    • #1

    Vorsicht/Warnung !

    Bei der Durchsicht verschiedener, vorwiegend deutscher Auktionskataloge sind immer häufiger Nachkriegsmanipulationen aus Österreich zu finden. Noch massiver wird versucht, derartige Produkte über das Internet – als "Schnäppchen" – abzusetzen. Es empfiehlt sich daher, unbedingt vor Erwerb einen Blick in Kataloge oder Literatur zu werfen.

    Literatur, auch wenn sie vorerst eine nicht unwesentliche Geldausgabe darstellt, bringt in kurzer Zeit das Vielfache herein. Schon deshalb, weil mit Wissen tatsächlich günstig eingekauft werden kann – oder man bewahrt sich vor Ärger und Schaden

    Daten – ein wichtiger Hinweis

    Dass dies auch für die billige Posthornserie gilt, mögen die beiden folgenden Beispiele zeigen. Die einzelnen Werte dieser Serie wurden zu verschiedenen Zeiten von den USA nach Salzburg geliefert und in der Folge an die Postämter der Westzonen weitergeleitet.

    Als offizieller Ersttag für die ersten verausgabten Groschenwerte gilt der 4. Juli 1945. Daher ist es nicht möglich, dass die ganze Serie bis 5 RM bereits mit diesem Datum "echt" gestempelt sein kann. Weiters ist darauf zu achten, dass der OT-Stempel auch der Westzone zuzuordnen ist. Es gibt von mehreren Postämtern vorwiegend "Ladenstempel"-Entwertungen (Stempel, die nur im internen Dienst und nicht für den allgemeinen Postverkehr verwendet wurden) mit Rückdatierungen.

    Vermehrt werden aus den untersten Laden auch Halbierungen aus 1945 (sowohl vor als auch nach Kriegsende) herausgeholt und auf verschiedenen Wegen angeboten.

    Derartige Produkte aus Österreich (Ostmark) sind im "besten Fall" Spielereien, gegen jede Vorschrift und ohne jede Notwendigkeit. In Österreich (und auch bei der Deutschen Reichspost) war bei Markenmangel immer Bar-Verrechnung Vorschrift. Gleiches gilt für Schwindelausgaben, die aus verkaufstechnischen Gründen 1945 zugeordnet werden, obwohl viele "gestern" produziert wurden.


    Zu Abbildung 1:

    Diese Falzmarken wurden auf Formularblätter geklebt und mit Stempel KLEIN NEUSIEDL 4.7.45-14 entwertet. Dies entspräche den Ersttagen in der US-Zone. Einige Wertstufen waren zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht verausgabt und die verwendete Stempeltype a des in der Sowjetzone gelegenen Postamtes wurde 1945 überhaupt nicht zur Entwertung herangezogen (der Ort war damals nach Wien eingemeindet, das Postamt hieß lt. Dem Stempelhandbuch von Stohl "Wien – Kleinneusiedl")!


    Zu Abbildung 2:

    Schwindelprodukt des Postamtes Mondsee, der die erst ab 13. August ausgelieferten Schillingwerte der US-Militärregierung mit bereits vorhandenen Groschenwerten auf ein Kuvert klebte, mit rückdatiertem Stempel MONDSEE 4.VII.45 d versah und einen deutschen Leitzahlen-Rekozettel dazuklebte. Rückseitig "Pseudo-Ankunftsstempel" mit gleichem OT-Stempelabschlag. Dass alle – auch Orstbriefe – in der US-Zone zur Zensur ausgeliefert werden mussten, sei am Rande ebenfalls bemerkt.

    PS: Das Buch "Österreich 1945 – Band 2 – Wirtschaft" aus dem Verlag Pollischansky (derzeit in Fertigung) mit dem ausführlichen Teil "Post" geht auf alle Bereiche des Nachrichtenwesens ein und bringt eine Fülle an bisher unbekannten Details.

    Quelle: Die Briefmarke Nr. 7/2006

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  • Berni17
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    • 17. September 2006 um 12:02
    • #2

    1 WIEN 1, (12a) WIEN 66, SCHEFFAU (bKUFSTEIN)

    Im Wiener Dorotheum sind vor einiger Zeit – aus Deutschland kommend – bei eingeliefertem Material Postkarten aufgefallen, die auf Marken der ersten Österreich-Ausgaben 1945 Abschläge von gefälschten oder gestohlenen OT-Stempeln aufweisen.

    Die erste Abbildung zeigt ANK 669a mit falschem Stempel auf Behördenpostkarte aus Innsbruck aus deutscher Zeit. Der maschingeschriebene Text auf der Rückseite der Karte nimmt zwar Bezug auf die letzten Kriegsereignisse, doch in einer Weise, wie sie damals wohl nicht artikuliert worden wären. Der Kartentext beginnt mit: "Lieber Josef"!, der Adressat auf der Anschriftsseite heißt mit Vornahmen "Florian" und wie kommt eine Blankokarte der Landesbauernschaft Alpenland, Kreisbauernschaft Innsbruck, so kurz nach Kriegsende nach Wien? Auch das Postamt Aspang b. Wien wird man vergebens suchen.

    Aber all dies war für die Experten im Wiener Dorotheum nur eine Bestärkung ihres Urteils: Stempel falsch, der Beleg ist Mache!

    Die weiteren Abbildungen zeigen mehrere Stempelabschläge auf ANK 661, 664, 665 und 669a mit falschem Stempel (12a WIEN 66). Die Postkarten in auffallend gleicher rosa Papierfarbe weisen meist mit der gleichen Schreibmaschine verfasste Texte auf und sind auch mit Rücksicht auf die "Schönheit" der Abschläge für den Laien suspekt.

    Die Experten im Wiener Dorotheum bestätigen: Die Abstempelungen sind falsch, die Belege wertlos!

    Auch der Beleg bei der letzten Abbildung – eine angebliche Drucksache – zeigt die verdächtige Farbe Rosa und den für die Zeit viel zu schönen Abschlag des schon seit längerem bekannten falschen Stempels "SCHEFFAU (bKUFSTEIN)".

    Fazit: Augen auf und eine gesunde Portion an Misstrauen bei Erwerb von Belegen aus der Zeit von 1945 ist angebracht!

    Quelle: Die Briefmarke Nr. 8/2006

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