Versunken zwischen wackligen Stapeln abgegriffener Alben und dem aufgeschlagenen Michel, der Bibel der Briefmarkensammler, die Brille ins graue Haar geschoben und mit einer Lupe über das zierliche Zeugnis der Geschichte gebeugt: Es wird einsam um die Briefmarkenfreunde.
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Ihr beschauliches Hobby hat schlechte Karten neben dem großen Freizeitangebot. Die Konkurrenz ist hart, doch die Arbeitsgemeinschaft Philatelie Obertshausen-Heusenstamm gibt die Suche nach interessierten Jugendlichen nicht auf. Auch wenn die fast so rar sind wie die Rote und die Blaue Mauritius.
Dabei haben die von der Sammelleidenschaft infizierten Männer nichts unversucht gelassen, Nachwuchs zu gewinnen. Sogar Seminare an der Universität haben sie gegeben, an der Uni der Kinderstadt, die einige Sommer lang die Ferienspiele ersetzte. Interessierten Studenten erzählten erfahrene Mitglieder, dass mit der schwarzen One Penny die Ära der Postwertzeichen begann – und damit auch die der Sammler. Die Zuhörer sollten sich ein Thema auswählen, Autos, Pflanzen, Tiere oder Eisenbahnen. Dann sortierten sie Exemplare mit entsprechenden Motiven aus einer großen Kiste. Die nächste Aufgabe für die Teilnehmer war, Marken von den abgerissenen Ecken der Briefumschläge abzuweichen und auf Zeitungspapier zum Trocknen auszulegen. Das Zeitungspapier nimmt nämlich nicht nur Appelle auf, sondern auch Feuchtigkeit, erläutert Günter Brosch, Erster Vorsitzender der AG Philatelie.
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