Tierschutz - Bachforelle und Fischotter
Die Bachforelle ist ein zu den so genannten Salmoniden zählender Raubfisch. Ihre Urform war ein Wanderfisch, der, ähnlich dem Lachs, zwischen Süß- und Salzwasser pendelte. Während der Eiszeit wurde der Rückweg ins Meer jedoch vielerorts versperrt und so entwickelten sich mehrere Unterarten wie eben auch jene der Bachforelle. Dieser Fisch, auch Flussforelle, Bergforelle oder Fario genannt, wird, je nach Nahrungsangebot, 20 bis 80 Zentimeter lang. Sein Rücken ist oliv-schwarzbraun und silbrig blau, bauchwärts weist er rote Flecken mit einem hellen Rand auf, während die Bauchseite selbst weißgelb ist; sein Gewicht beträgt etwa 2 kg. Kaum zu glauben ist die Tatsache, dass Bachforellen ein Alter von bis zu 18 Jahren erreichen können! Sie besiedeln schnell fließende, sauerstoffreiche und kühle Gewässer mit Kies- oder Sandgrund in fast ganz Europa. Bachforellen sind standorttreue Fische, die ihren Platz nur zur Fortpflanzung verlassen und auch nach Störungen an ihre angestammten Plätze wieder zurückkehren. Die erwachsene Bachforelle beansprucht ein eigenes Revier; tagsüber ist sie im Uferschatten verborgen, mit dem Kopf gegen die Strömung. Obgleich die Bachforelle als schnell schwimmender Jäger gilt, nimmt sie in Flüssen und Bächen meist vorbei treibende Beute (kleinere Fische, Larven, Krebstiere, Schnecken) auf. In den europäischen Gewässern kam es zuletzt zu einem starken künstlichen Besatz mit der aus Amerika stammenden Regenbogenforelle, die weniger Ansprüche an die Wasserqualität stellt und schnellwüchsiger ist. Zum Schutz der heimischen Fischarten ist der Besatz mit fremden Arten jedoch seit einigen Jahren sehr eingeschränkt.
Der Fischotter – er zählt zu den besten Schwimmern unter den Landraubtieren – gehört zur Familie der Marder. Er kommt ebenfalls in fast ganz Europa vor und wird einschließlich Schwanz bis zu 130 Zentimeter lang. Sein Körper ist gestreckt und walzenförmig, die Beine sind kurz und der Kopf ist rundlich; an der Schnauze befinden sich lange Tasthaare, die für ihn ein wichtiges Sinnesorgan im trüben Wasser darstellen. Die Zehen sind mit Schwimmhäuten verbunden – und das Fell des Fischotters bietet eine besonders wirkungsvolle Isolation gegen Nässe und Kälte: Die Haare sind, ähnlich wie bei einem Reißverschluss, mittels mikroskopisch kleiner, ineinander greifender Keile und Rillen miteinander verzahnt. Interessant ist, dass es keine einheitliche Lebensweise von Fischottern gibt. Je nach Umgebung und individuellen Neigungen passen sie ihre Lebensweise an, um möglichst gut überleben zu können. Sie sind sowohl nacht- als auch tagaktiv – und während sie am Ufer ruhen, bewegen sie sich zur Zeit ihrer Aktivität im Wasser. Der größte Feind des Fischotters ist, wie bei vielen Tieren, der Mensch. Lebensraumzerstörung und die Verschmutzung der Gewässer, Nahrungsverknappung, Straßenverkehr und Fischreusen sind die Hauptursachen, weshalb Fischotter selten ein hohes Lebensalter erreichen. Heute steht die Spezies in den meisten Ländern unter Schutz. In Österreich ist der Fischotter am ehesten im Wald- und Mühlviertel anzutreffen, einige Ansiedlungen gibt es auch im südlichen Burgenland sowie in der Oststeiermark. Unterschiedliche Schutzmaßnahmen versprechen jedoch Erfolg: Seit etwa zehn Jahren nimmt der Bestand allmählich wieder zu.
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Erscheinungsdatum: 08.01.2010
Auflagenhöhe: 500.000
Druckart: Offset
Entwurf: Hannes Margreiter
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Art: Selbstklebemarken