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Bayern ==> Belgien

  • mikrokern
  • 27. September 2009 um 17:51
  • bayern klassisch
    Gast
    • 1. November 2009 um 21:34
    • #41

    Hallo,

    zu später Stunde noch ein Briefchen aus Freising vom 17.4.1854 nach Malines (= Mecheln). Der Stempel U.P.A.3e R. wurde von der belgischen Post abgeschlagen, denn er hat die gleiche Farbe wie der siegelseitite Transitstempel.

    Ich kenne nur 2 Orte in Bayern, die für Briefe über Preußen gleich in Silbergroschen taxierten. Hier "3 Sgr:" von der Freisinger Aufgabepost.

    Preußen strich diese nette bayerische Geste und notierte eine eigenen blaue 3 oben links. Belgien setzte im Gegensatz zu dem Brief aus Prien aber nicht 5 Decimes an, sondern deren 6.

    Malines lag im 2. Rayon, so dass meiner Rechnung nach eigentlich 5 Decimes hätten angesetzt werden müssen. Wer kann das Rätsel lösen?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • columbus
    neues Mitglied
    Beiträge
    42
    • 1. November 2009 um 21:45
    • #42

    Hallo bayern klassisch,

    danke für die schnelle Antwort.

    Beide Briefe wurden in meiner Ausstellungssammlung über den Weltpostverein gezeigt, die auch ein Kapitel über die Auswirkungen des DÖPV auf den Verkehr mit dem Ausland hat.

    Noch eine Klarstellung zu Deinem Brief Prien-Jemeppe: Jemeppe sur Meuse (nicht verwechseln mit Jemappes) liegt zwar (weil bei Lüttich) im ersten belgischen Rayon, aber für den PV-Anteil von 3 Sgr musste der Empfänger 40 Centimes bezahlen, zusammen mit 10 Centimes für den ersten belgischen Rayon also 50 Centimes.

    Viele Grüße
    columbus

  • columbus
    neues Mitglied
    Beiträge
    42
    • 1. November 2009 um 21:50
    • #43

    Hallo bayern klassisch,

    zu Deinem Brief Freising - Mecheln:

    Eine Taxierung außerhalb Preußens in Sgr habe ich noch nie gesehen; sehr interessant.

    Die Taxierung setzt sich zusammen aus 40 Centimes (3 Sgr = 36 Centimes, aufgerundet auf 40 Centimes zugunsten der belgischen Post) plus 20 Centimes für den zweiten belgischen Rayon.

    Viele Grüße
    columbus

  • bayern klassisch
    Gast
    • 1. November 2009 um 22:08
    • #44

    Hallo columbus,

    meine Reduktionstabelle zeigt für 3 Sgr. Postvereinsanteil 3 Decimes bzw. 30 Centimes und für die von dir genannten 40 Centimes = 3,5 Sgr..

    Warum wurde hier deiner Meinung nach anders gerechnet als bei dem Portobrief aus Prien, der ja nur 5 Decimes kostete, aber auch vom 3. Rayon des Postvereins in den 2. Rayon Belgiens lief?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    P.S. Falls es dich interesiert: Der andere bayerische Ort, der nach Norden hin gleich mit Sgr. taxierte, war Thurnau. Von ca. 500 Orten in Bayern sind das die einzigen, die ich bisher belegen konnte - nicht eben viel.

  • kreuzer
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    10. September 1983 (42)
    • 2. November 2009 um 06:46
    • #45

    Hallo @ bayern klassische und @ Columbus.

    Habe Eure Dikussion mit großem Interesse verfolgt.

    Gibt es einen Brief von Thurnau, der hier mal gezeigt werden könnte?
    Würde mich sehr interessieren, da ich im Gemeindegebiet dieses Ortes wohne und Sachen mit Heimatbezug für mich natürlich immer einen ganz besonderen Reiz haben


    Viele Grüße

    kreuzer

  • bayern klassisch
    Gast
    • 2. November 2009 um 07:23
    • #46

    Hallo kreuzer,

    schicke mir mal deine E-Mail Adresse zu, dann bekommst du zwei Oberrosinenen aus Thurnau als Scan von mir - für diesen Thread sind sie nicht geeignet.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • columbus
    neues Mitglied
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    42
    • 2. November 2009 um 20:17
    • #47

    Hallo bayern klassisch,

    grundsätzlich war die Umrechnung 1 Pfennig = 1Centime, also 1 Sgr = 12 Centimes.

    Der Postvertrag (siehe DASV-Archiv Postverträge) zwischen Belgien und Preußen vom 17.1.1852, gültig ab 1.4.1852, war nach Artikel 19 ff auch für die Korrespondenz zwischen Belgien und den DÖPV-Mitgliedern bei der Leitung über Preußen anzuwenden.

    Artikel 10 und 11 des Vertrages regelte die gegenseitige Vergütung der Postverwaltungen:
    Für einfache Portobriefe aus dem PV zahlte Belgien 1, 2 oder 3 Sgr je nach Rayon. Für einfache Portobriefe aus Belgien zahlte Preußen 10 oder 20 Centimes je nach Rayon.

    Abweichend davon regelte Artikel 12 ausdrücklich die Gebühren, die von den Postkunden erhoben wurden:
    in Belgien 10 (für 1 Sgr), 30 (für 2 Sgr) oder 40 (für 3 Sgr) Centimes,
    in Preußen 1 Sgr (für 10 C.) oder 2 Sgr (für 20 C.).
    In diesem Artikel wird auch erwähnt, dass alle anderen Gebühren exakt umzurechnen seien.

    Die belgische Post machte also 2 Centimes Verlust bei Portobriefen aus dem ersten PV-Rayon, aber 6 oder 4 Centimes Gewinn bei Briefen aus den anderen beiden Rayons.

    Die preußische Post machte Gewinne von 2 oder 4 Pfennig.

    Bei Deinen beiden Briefen zahlte der Empfänger also jeweils 40 Centimes für den PV-Anteil und zusätzlich für die belgische Strecke:
    10 Centimes für den Brief nach Jemeppe (1. belgischer Rayon),
    20 Centimes für den Brief nach Mecheln (2. belgischer Rayon).
    Deshalb ergeben sich zusammen im ersten Fall 50 und im zweiten Fall 60 Centimes.

    Liebe Grüße von columbus

  • bayern klassisch
    Gast
    • 2. November 2009 um 20:28
    • #48

    Hallo columbus,

    besten Dank für deine Aufschlüsselung der Währungsparitäten und vertraglichen Absprachen zwischen Belgien und Preußen.

    Preußen kassierte auch im Vergleich zu Bayern: Man überwies Bayern für die Briefe aus Prien und Freising 9 Kr., also 2,5 Sgr., bekam aber 36 Centimes von Belgien, wenn ich es richtig sehe, zurück.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • bayern klassisch
    Gast
    • 3. November 2009 um 15:59
    • #49

    Hallo,

    mit zwei Blauen geht mein kleiner Bestand an belgischer Korrespondenz zu Ende.

    Der 1. aus Antwerpen (Anvers) vom 12.6.1869 nach Bamberg zeigt eine Frankautur von 20 Cents, die hälftig zwischen Belgien und dem Norddeutschen Bund geteilt wurden und die 7 Kr. bzw. 2 Groschen entsprachen. Maßgeblich war der PV vom 1.9.1868 zwischen Belgien und dem NDB.

    Der Brief wog bis 1 Loth und brauchte von Antwerpen bis zum Empfänger nur einen Tag (!). Das soll die heutige Post mal nachmachen.

    Die Gegenrichtung zeigt ein einfacher Brief aus Nürnberg Bahnhof vom 22.11.1871 nach Brüssel, der mit 7 Kr. korrekt frankiert wurde. Der Weiterfrankovermerk "1" gab an, das Bayern nur 3 Kr. davon verblieben und 4 Kr. an die belgische Post zu vergüten waren.

    Über Frankfurt am Main und Aachen (je 23.11.) erreichte er den Empfänger am 24.11.. Auch nicht schlecht für damals.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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    • 25. November 2009 um 18:50
    • #50

    Hallo zusammen!

    Beim Kramen habe ich auch noch einen Brief Belgien-Bayern (leider schon aus der Pfennigzeit) gefunden, bei dem ich etwas Expertenhilfe benötige.

    Gelaufen ist der Brief am 22. Februar 1877 von Verviers nach Lambrecht, wo er am 23. Februar ankam.

    Frankiert ist der Brief mit einer 25 Centimes-Marke (für die Katalognummer wäre ich dankbar). Soweit ich diesem Thread entnehmen kann, war ab dem 1.7.1875 UPU-Zeit. Hinsichtlich des Portos hat sich aber augenscheinlich zur Zeit vor UPU nichts geändert, oder doch? Ein Brief der ersten Gewichtsstufe wäre dann doch eigentlich nur mit 20 Centimes zu frankieren gewesen. Liegt hier eine Überfrankatur vor?

    Inhaltlich geht es um den Kauf von 52 Ballen Wolle.

    Viele Grüße

    kreuzer

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  • BaD
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    • 25. November 2009 um 19:10
    • #51

    25 centimes stimmen.

    Beste Grüße BaD

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  • kreuzer
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    • 25. November 2009 um 19:26
    • #52

    Danke BaD!

    Dann ist der Brief also doch korrekt frankiert. War der Meinung, dass ich hier im Thread gelesen hätte, dass auch in der UPU-Zeit noch die 20 Centimes galten ?(, aber durch die Primärquelle wäre das ja eindeutig geklärt. Super!

    Hat noch jemand eine Idee bezüglich der Katalognummer?

    Viele Grüße

    kreuzer

  • BaD
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    • 25. November 2009 um 19:46
    • #53

    Hallo Kreuzer,

    leider habe ich die Michelnummer nicht, im alten Senf-Katalog ist es die 29 ;)

    Gab es solch eine Verordnung ( sie galt bis 1873) auch in den deutschen Ländern, sie erscheint mir sehr hart.
    Mit besten Grüßen BaD

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  • kreuzer
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    • 25. November 2009 um 20:00
    • #54

    Für Bayern ist mir so etwas nicht bekannt. Vielleicht wissen hier die Exprten mehr.
    Es war zwar grundsätzlich so, dass immer mit Marken in der passenden Stufe frankiert werden sollte, da die Marken ja in den unterschiedlichen Farben waren, um die Verwendung anzeigen zu können. Also grob als Beispiel: die 9 kreuzer grün Nr. 5 für Briefe im Postverein über 20 Meilen bis 1 Loth Gewicht.
    Aber unabhängig davon wurde auch mit anderen Marken "gestückelt", z.B. 3 * 1 Kreuzer anstatt drei Kreuzer. Gerade die 1 Kreuzer Marke war ja auch für Drucksachen und Ortsbriefe gedacht.
    Solche Frankaturen sind bei Bayern nicht sonderlich ungewöhnlich, was jedoch nicht heißen muss, dass sie zulässig waren.

    Viele Grüße

    kreuzer

    edit: Soweit meine Recherche bei Internet-Auktionshäusern ergeben hat, ist die Katalognummer immer noch die 29:D

    Einmal editiert, zuletzt von kreuzer (25. November 2009 um 20:08)

  • Michael D
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    • 25. November 2009 um 20:15
    • #55

    Hallo kreuzer,

    es ist die Nr. 29

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • kreuzer
    erfahrenes Mitglied
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    10. September 1983 (42)
    • 25. November 2009 um 20:19
    • #56

    Danke!

    Viele Grüße

    kreuzer

  • Schnulli
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    • 29. Dezember 2009 um 16:51
    • #57

    Einen kleinen Brief aus Belgien nach Volkach bei Würzburg kann ich zeigen.
    Diese ist vom 5 Dez. 1887 frankiert mit 25 Centimes. Den Aufgabe Ort kann am Stempel leider nicht erkennen.

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    Es grüßt alle Leser der Schnulli

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