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Preußen - aptierte Stempel

  • Michael D
  • 21. September 2009 um 23:05
  • Michael D
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    • 21. September 2009 um 23:05
    • #1

    Hallo,

    ich habe hier einen Stempelabschlag von Nikolaiken (Ostpreußen, Reg.-Bezirk Gumbinnen) mit aptierter Stundenzahl.
    In der mir zur Verfügung stehenden Literatur finde ich leider nichts über diesen Stempel.

    Kennt jemand diesen Stempel ?
    Nikolaiken hatte zu preußischer Zeit nur eine Postexpedition, dürfte also nur sehr wenig Brief-/Paketaufkommen gehabt haben.
    War deshalb die Stundenzahl herausgenommen worden ?
    Kennt jemand ähnliche, aptierte Stempel, die als normale Aufgabestempel verwendet wurden ?

    Viele Grüße
    Michael D

    Preußen und Transite

    Einmal editiert, zuletzt von Michael D (22. September 2009 um 16:44)

  • Magdeburger
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    • 22. September 2009 um 06:25
    • #2

    Michael D

    dieser Beleg ist soweit ich es erkennen kann ein Paktebegleitbrief, welcher scheinbar nach der Brieftaxe berechnet wurde. Die Ursache ist die Versendung von einer Rolle Ediketten. Bei einem Gewicht vom 12 Loth und einer Entfernung jenseits von 80 Meilen ergeben sich 3 Sgr für den einfachen Brief und bei diesem Gewicht das 6fache = 18 Sgr. (Als Paket 1 Pfund * 1,5 * ca 16 (bei 80 Meilen) = 24Pfennige = 2 Sgr - kommt hier nicht zur Anwendung) .

    Somit dürfte der Ortsstempel als sogenannter Packkammerhilfsstempel verwendet wurden sein bei der Aufgabe.

    Nach Gesprächen, ob es sich bei der Verwendung solcher Stempel auch als reine Aufgabestempel trotzdem um Hilfsstempel auf Paketbegleitbriefen handelt, gehen die Meinungen auseinander.

    Wie Du schon schreibst, handelt es sich hierbei um einen kleinen Ort. Eine Verwechslung kann somit durchaus möglich sein - hier jedenfalls nicht.

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • Michael D
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    • 22. September 2009 um 07:09
    • #3

    Hallo Ulf,

    vielen Dank für deine Erläuterung der Gebühren.

    Da es sich bei Nikolaiken um eine kleine Post-Expedition handelt, bezweifel ich, dass es so etwas wie eine Packkammer dort gegeben hat.
    Und dass der dortige Postbeamte sich einen eigenen Stempel für die Paketannahme bereitgelegt hat scheint mir auch etwas unwahrscheinlich.
    Dafür waren preussische Beamte eigentlich zu sparsam ... ;)
    Von anderen Post-Expeditionen ist mir so etwas jedenfalls noch nicht aufgefallen.
    Als Hilfsstempel in Packkammern und auf Bahnstationen größerer Orte sind solche aptierten Stempel bekannt. Die spannende Frage ist, ob sie auch im normalen Briefverkehr vorkommen.

    Daher der Beitrag hier, inwieweit andere Sammler solche Stempel kennen / besitzen. So kann man vielleicht etwas Licht in die Sache bringen.

    NB: Es handelt sich übrigens um einen weitergeleiteten Brief. Der Absender bedachte nicht, dass das königliche Schloß Sanssouci nicht in Berlin, sondern in Potsdam steht ... :jaok:
    Rückseitig ist neben dem Klebezettel ein Rahmenstempel von Potsdam / Bahnhof und ein roter K2 vom Hofpostamt.

    Aber mein eigentliches Interesse in diesem Thread gilt zunächst mal dem aptierten Stempel.


    Viele Grüße
    Michael D

    Preußen und Transite

    2 Mal editiert, zuletzt von Michael D (22. September 2009 um 07:17)

  • Magdeburger
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    • 22. September 2009 um 09:22
    • #4

    Hallo Michael D

    Du wirst mit Sicherheit recht haben, dass es in diesem Ort keine Packkammer gegeben hat. Für die Mehrzahl aller Orte wird dieses sogar zutreffen. Brief- und Fahrpost wurde an solchem Orten in einem Raum bearbeitet. Dies schliesst aber die Verwendung von echten PK-Stempel und/oder sogenannten Hilfsstempel nicht aus.

    Gerade bei Hilfsstempeln wurde häufig die Uhrzeit "entfernt" - deshalb auch meine Antwort darauf.

    Richtig ist auch, dass häufig ausgemusterte Ortsstempel oder der eigentliche Stempel dieser Zeit für die Ausgabe der Pakete benutzt.

    In meiner ersten Antwort habe ich es schon anklingen lassen. Es gibt die Streitfrage, ob es sich noch um einen Hilfsstempel handelt, wenn dieser auch auf der normalen Briefpost vorkommt. Leider sind häufig zu wenige Belege bekannt, so dass aus einzelnen Orten diese Frage geklärt werden könnte. Eventuell würde ein Beitrag in den Preussenstudien hier mehr Licht bringen.

    Persönlich wurde ich diese als Hilfsstempel definieren, wenn die Verwendung auf der Briefpost ein "Sonderfall" darstellt. Bsp. 10 Paketbegleitungen - eine normale Ortsentwertung.

    Auch früher wurden Fehler gemacht und davon lebt unser Hobby.


    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • Michael D
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    • 22. September 2009 um 17:02
    • #5

    Hallo,

    hier ein aptierter Rahmenstempel, der als Stationsstempel zum Einsatz kam.

    Dieser Stempel war in den 1850iger Jahren mit Datum / Uhrzeit als Aufgabestempel im Einsatz und wurde danach aptiert und am Bahnhof eingesetzt.
    Der hier gezeigte Brief ist vom November 1861 und lief als Portobrief nach Lyon, auf französischer Seite mit dem schwarzen Taxstempel 5 (Decimes) und dem K2 Prusse 3 Valenciennes versehen. Rückseitig ist noch der Bahnpoststempel Dortmund 29 11 II. Elberfeld abgeschlagen.

    Viele Grüße
    Michael D

    Preußen und Transite

  • TomWolf_de
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    • 22. September 2009 um 18:10
    • #6

    Ich wundere mich etwas über den Begriff "Aptierung" bei diesem Thema bzw. den gezeigten Stempeln. Das Weglassen der Einstecktypen für Tag, Monat, Jahr und Uhrzeit hat doch nichts mit einer Aptierung zu tun, oder gibt es etwa bei preussischen Stempeln eine andere Definition für Aptierung? :unsicher:

    Gruß
    Thomas

    Heimatsammlung Esslingen am Neckar und Umgebung. Vorphila bis Gegenwart.

    Postzensurstelle Stuttgart und Friedrichshafen 1914 bis 1923.

  • Magdeburger
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    • 22. September 2009 um 18:27
    • #7

    TomWolf_de

    Aptierung ist durch das Weglassen auch eine Anpassung für eine bestimmte Verwendung. Bei den gezeigten Stempeln ist die Verwendung das Ausschlaggebende.

    Der ehemalige Ortaufgabestempel hat jeweils eine neue Funktion.

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • Michael D
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    • 22. September 2009 um 18:31
    • #8

    Hallo Thomas,

    ich denke nicht, dass die Verwendung dieses Begriffes preussen-typisch ist.
    Gemeint ist Anpassung oder Herrichtung eines Stempels für neue Erfordernisse, um ihn weiterhin nutzen zu können.

    Meines Wissens benutzt man diesen Begriff z.B. oft bei entsprechend angepassten nachverwendeten AD-Stempeln während der Zeit des Deutschen Reichs.
    Auch nach 1945 wurden Stempel aptiert - durch herausnehmen des Hakenkreuzs - um sie weiter benutzen zu können.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • Magdeburger
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    • 22. September 2009 um 18:44
    • #9

    Michael D

    schöner Beleg. Von Elberfeld habe ich zwar auch einen kleinen Posten, aber ein Stationsstempel war mir bisher unbekannt. Von Magdeburg gibt es einen aptierten Streckenstempel (nur der Ort MADEGB: wurde abgeschlagen), welcher als Stationsstempel gebraucht wurde.

    Vielleicht wäre auch hier mal Forschungsarbeit zu leisten, welche "veränderte" Stempel wofür und die Verwendungszeiten erfasst.

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

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  • TomWolf_de
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    • 22. September 2009 um 19:39
    • #10
    Zitat

    Original von Michael D
    Meines Wissens benutzt man diesen Begriff z.B. oft bei entsprechend angepassten nachverwendeten AD-Stempeln während der Zeit des Deutschen Reichs.
    Auch nach 1945 wurden Stempel aptiert - durch herausnehmen des Hakenkreuzs - um sie weiter benutzen zu können.
    Viele Grüße
    Michael

    Hallo Michael.

    Das ist eigentlich auch mein Verständnis für eine Aptierung. Kurz gesagt, eine (mechanische) Änderung, die nicht ohne entsprechenden Aufwand rückgängig gemacht werden kann. Im Zusammenhang mit der Art, wie ein Poststempel verwendet wird, ist mir der Begriff bisher nicht begegnet. Ob nun eine Stecktype in den Stempel gesteckt wird, oder nicht, hat für mich mit einer Aptierung nichts zu tun.
    Mir fällt nur auf, daß - obwohl der Begriff "Aptierung" in den meisten philatelistischen Lexika (und auch im Duden) erklärt, und mit entsprechenden Beispielen beschrieben ist - die Aptierung sehr oft falsch verstanden und falsch verwendet wird. Deshalb meine Zwischenfrage.

    Gruß
    Thomas

    Heimatsammlung Esslingen am Neckar und Umgebung. Vorphila bis Gegenwart.

    Postzensurstelle Stuttgart und Friedrichshafen 1914 bis 1923.

  • Michael D
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    • 26. September 2009 um 16:28
    • #11

    Hallo Thomas,
    Hallo @alle,

    in der Literatur wird (stillschweigend) davon ausgegangen, dass die Aptierungen dieser Stempel i.d.R. dauerhaft waren, d.h. einmal entfernte Bestandteile - wie die Zahlentypen - nicht wieder eingesetzt wurden.
    Ob dies tatsächlich immer so gehandhabt wurde, wäre noch zu erforschen. Andererseits wird ein Postbeamter einen bisher als Aufgabestempel gebrauchten Stempel nur umfunktioniert haben, wenn zumindest eine dieser Bedingungen erfüllt war:
    - Die Zahlentypen (oder Teile davon) waren so beschädigt/abgenutzt, dass sie so nicht weiter benutzt werden konnten.
    - Ein anderer Stempel stand als Aufgabestempel zur Verfügung

    Auf dem heutigen Beleg - eine 3 Sgr. Ganzsache U28a entwertet mit blauem Kursstempel der Bahnlinie Verviers - Coeln - ist der Stempel des Eisenbahnpostbüros Aachen zu sehen:

    AACHEN
    EIS:POST-BUR:No10
    *

    Normalerweise wurde in Preußen schwarze Stempelfarbe verwendet. Blaue Entwertungen der Eisenbahnpostämter sind von Berlin, Stettin und Köln bekannt und ab 1865 belegt.

    Viele Grüße
    Michael D

    Preußen und Transite

    Einmal editiert, zuletzt von Michael D (26. September 2009 um 16:29)

  • Magdeburger
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    • 3. Oktober 2009 um 07:32
    • #12

    @All

    diesen Beleg habe ich vor kurzem mal "mitgenommen". Für Elberfeld habe ich auch so eine kleine "Macke" - und hier scheint dieser auch gut "aufgehoben".

    Bei den Ortstempel fehlt die Uhrzeit. Nach der Rosette ist noch ein Punkt und ein Trennstrich zu erkennen.
    Ob es sich bei der Taxziffer "5" Decimen um den Rayon-Tax-Stempel oder Bahnpost - Stempel handelt kann ich nicht sagen. Beide Tax-Stempel sehen für mich gleich aus.

    Der Brief lief denke ich über Aachen - Paris.
    Postverträge Frankreich-Preussen gibt es genügend - aber leider nur in französisch und dies verstehe ich nicht:ups:

    Michael D - Deinen Elberfeld-Stempel habe ich mal mit meinen zusammen dargestellt. Definitiv sind es verschiedene.

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • Michael D
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    • 23. Oktober 2010 um 16:34
    • #13

    Liebe Sammlerfreunde,

    hier ein weiterer Brief mit einem aptierten Stempel, der als Stationsstempel verwendet wurde.
    Geschrieben am 14.10.1860 in Rittershausen, wurde er im benachbarten Elberfeld direkt am Bahnhof abgegeben. Die Entwertung der 1 Sgr. Freimarke (Entfernung Elberfeld-Düsseldorf < 10 Meilen) erfolgte dann mit dem Kursstempel Dortmund-Elberfeld.
    Die Zustellung in Düsseldorf erfolgte noch am selben Tag.

    Ein Brief, dessen Erwerb bei ebay für kleine Münze mir doppelt Freude bereitet hat.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

    Einmal editiert, zuletzt von Michael D (23. Oktober 2010 um 16:35)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 27. Oktober 2010 um 11:12
    • #14

    Lieber Michael,

    dein Postfach ist leider voll ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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