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Bayern - Ortsstempel auf 1 Kr-Marken

  • mikrokern
  • 15. September 2009 um 17:56
  • mikrokern
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    887
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    13. Juli 1962 (63)
    • 15. September 2009 um 17:56
    • #1

    Hallo,

    vermutlich ist vielen schon aufgefallen, dass der Anteil von 1 Kr-Marken (also MiNr 3, 8 und 14) mit Ortsstempel statt dem eigentlich bis zum 9.3.1869 zur Markenentwertung zu verwendenden Mühlradstempel im Vergleich zu den anderen Werten relativ hoch ist.
    Gibt es eine Postverordnung, die diese Form der Entwertung gestattet hat? Welche Gründe könnte es für eine solche Zulässigkeit, bzw. für diese häufige Entwertung geben?
    Falls das Thema schon mal in einem anderen thread behandelt worden sein sollte, möge man mir dies hier verzeihen...

    Gruss

    µkern

  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. September 2009 um 20:07
    • #2

    Hallo mikrokern,

    Peter Zollner hat in einem Rundbrief der ARGE Bayern klassisch () über dieses Phänomen berichtet. Bisher hat man keine Verordnung hierüber gefunden. Da nicht viele Circulare heute mehr vorhanden sind, wird es auch bei diesem Wissensstand wohl bleiben.

    Offenbar hat man die Entwertung der billigen 1 Kr. Marken mit dem Ortsstempel hingenommen, wohingegen Contraventionen anderer Art in den Verordnungsblättern hundertfach zu finden sind.

    Es mag eine Rolle gespielt haben, dass es einfacher war, gerade bei Masseneinlieferungen von Drucksachen, diese nur mit dem Ortsstempel zu bedrucken. Für die Postverwaltung war ja wichtig, dass die Marke(n) so deutlich gestempelt wurden, dass ihre Wiederverwendung auszuschließen war. Dies konnte m. E. mit einem größeren Stempel als dem verhältnismäßig kleinen Mühlrad eher bewerkstelligt werden.

    Darüber hinaus waren die Mühlräder ja auch wichtig, wenn es darum ging zu prüfen, ob mit dem Wert der Marke die entsprechende Gewichtung und Entfernung bei einem Brief korrekt ermittelt worden war.

    Beispiel bis 31.7.1865: Ein Brief mit oM 325 und einer 3 Kr. Marke, der in Bayreuth ankam, musste immer unterfrankiert sein, auch wenn man keinen Aufgabestempel erkennen konnte (oM 325 = München - Bayreuth über 12 Meilen erforderte ein Minimum von 6 Kr.).

    Bei einer Drucksache war dies egal, da sie ja entfernungsunabhängig immer nur 1 Kr. kostete und schwerere waren damals wie heute selten.

    Nur bei Ortsbriefen gibt es eine leichte statistische Verschiebung bei den Entwertungsarten, aber auch diese ist nicht signifikant genug, als dass man sich darüber weitere Gedanken machen müsste. :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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