In diesem Sammelthread soll von Zeit zu Zeit anhand von Danzig-Angeboten aller Art erläutert werden, warum man sich das Geld für die angesprochenen Stücke besser sparen sollte. Ich bitte darum, Diskussionen zu einzelnen Artikeln in einem separaten Thread zu führen, damit Verwässerungen weitgehend vermieden werden.
Den Anfang macht dieses Angebot: Stempel falsch, Prüfzeichen falsch.
Die Verwendung von Marken des Deutschen Reiches in Danzig war im Zeitraum vom 10.01.1920 bis 13.06.1920 als sogenannter Vorläufer möglich. Danzig war zu diesem Zeitpunkt bereits ein eigener Staat, hatte aber noch keine eigenen Briefmarken. Mit solchen Vorläufern lässt sich also die Übergangszeit an sich dokumentieren. Vom 14.06.1920 bis 19.07.1920 gabs es sie dann als Mitläufer neben den offiziellen Danzig-Marken - in dieser Zeit war es gestattet, vorhandene Reste an Reichsmarken aufzubrauchen oder in Danziger Marken umzutauschen. Auch Mischverwendungen zwischen DR und Danzigmarken in diesem Zeitraum kommen gelegentlich vor.
Das Stempeldatum 2.9.20 befindet sich deutlich ausserhalb dieser Zeitspanne. Solche losen Stücke sind aber als zum Zeitpunkt der Entwertung nicht mehr frankaturgültige Marken natürlich nicht prüffähig! Ferner handelt es sich bei einer DR 112 mit Danzig-Stempel um eine so große Rarität, dass Herr Erdwien für diese Marke wenigstens einen Befund ausgestellt hätte - die Preisangabe -.- im Michel kommt nicht von ungefähr. Er hätte auch im Fall einer reinen Signatur die Marke keinswegs erhöht und nach innen verschoben signiert - die Marke sieht nach erstem Eindruck einwandfrei aus.
Fälschungsjäger werden sicherlich auch bei anderen Angeboten der Verkäuferin fündig... die Verkäuferin hat in der Vergangenheit schon mehrere falsche/verfälschte Danzigmarken (Beispiel - auch im Anhang zu sehen) im Angebot gehabt