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Sachsen - Bayern

  • bayern klassisch
  • 14. Juni 2008 um 12:44
  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. Juli 2008 um 08:20
    • #21

    Lieber Altsax,

    ich bedauere zutiefst, deine Gefühle nach dem Stress auf den verstopften Autobahnen mit diesem kleinen Highlight in Wallung gebracht zu haben, aber der Tag, an dem ich ein Schmuckstück wie dieses lästig finden sollte, wird nicht kommen.

    Ich halte aber ein Auge offen für einen 2. - der ginge dann an dich!

    Zum Cooldown geeignet erscheint mir ein Nachsendebrief aus Mylau vom 29.9.1865, der ursprünglich nach Pretzfeld in Bayern gerichtet war. Die verklebte 2 Ngr. Marke reichte bis 20 Meilen Entfernung aus.

    Der Brief wurde auch ausgeliefert, aber leider nicht an den Adressaten selbst, sonst hätte man ihn nicht später zur Post gegeben und nach Nürnberg adressiert.

    Weil der Brief bereits ausgeliefert worden war, galt dies als neue Postaufgabe und war somit portopflichtig. Da er frankiert gewesen war, kam bei der Nachsendung nur die günstigere Frankotaxe von 3 Kr. in Ansatz (wäre es ein Portobrief von Mylau gewesen, hätte man 6 Kr. für die Nachsendung gefordert).

    Diese 3 Kr. standen aber Bayern zu und nicht Sachsen, deren Gebühr mit den 2 Ngr. abgegolten war.

    Gerne würde ich noch einen Nachsendebrief von Bayern nach Sachsen sehen ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Altsax
    aktives Mitglied
    Beiträge
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    1. Juli 1850 (175)
    • 7. Juli 2008 um 09:06
    • #22
    Zitat

    Original von bayern klassisch

    Gerne würde ich noch einen Nachsendebrief von Bayern nach Sachsen sehen ...

    Ich auch, lieber bayern klassisch, ich auch

    Mir bekannt sind derartige Nachsendebriefe nach Sachsen nur von Preußen und Österreich ausgehend.

    Liebe Grüße

    Altsax mit inzwischen normaler Pulsfrequenz

  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. Juli 2008 um 09:51
    • #23

    Lieber Altsax,

    ein ob deiner mittlerweile im Normalbereich angesiedelten Pulsfrequenz beruhtigter bayern klassisch kann noch einen Brief aus Markneukirchen zeigen, dem "Inliegend Proben ohne Werth" beigeschlossen worden waren.

    Zwar waren Bayern und Sachsen im Zollverein, womit der Versand von Waren ohne Wert unerheblich geworden war, doch konnte man nicht einfach etwas in einen Brief legen, denn es konnte ja von Wert sein, wodurch ein Wertbrief = Fahrpost zustande käme.

    Hier wog der Brief mit den inliegenden Mustern aber unter 1 Loth über 20 Meilen Entfernung, so dass alles in Butter war.

    Briefe, denen Muster ohne Wert angehängt worden waren, kosteten je 2 Loth nur den einfachen Satz. Bei inliegenden Mustern war diese Vergünstigung niemals gegeben.

    Viele Experten streiten sich, ob es mehr Briefe mit Mustern inliegend, oder anhängend gibt.

    Abgesehen davon, dass derlei Briefe weder inländisch, noch im Postverein (und schon gar nicht ins Postvereinsausland) häufig sind, und einer sinnvollen statistischen Auswertung immer eine dreistellige Belegzahl zugrunde liegen sollte, kommen sie nach meinem Ermessen etwa gleich häufig vor.

    Was ich jedoch in fast 30 Jahren noch nie gesehen habe, ist ein Muster ohne Wert Brief, der unfrankiert versandt worden war. Für diese besondere Versendungsart gab es übrigens in Bayern keinen Portozuschlag, den es im Postverein sonst immer gab. Ob es dergleichen von Sachsen gibt?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (7. Juli 2008 um 11:06)

  • Altsax
    aktives Mitglied
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    1. Juli 1850 (175)
    • 7. Juli 2008 um 10:11
    • #24

    Lieber bayern klassisch,

    ich besitze (wüßte ich nur, in welcher Kiste) einen Postvereins-Portobrief, der Stoffmuster enthält, auf die jedoch nicht äußerlich hingewiesen wird.

    Der Brief ist regulär mit Ergänzungsporto taxiert worden.

    Nach Deiner Aussage bezüglich des Entfalls des Ergänzungsportos bei "Musterbriefen" hätte der äußere Hinweis auf den Musterinhalt genügt, um dem Empfänger das Ergänzungsporto zu ersparen.

    Eine derartige Vorschrift lädt ja zum Mißbrauch geradezu ein.

    Kannst Du bitte die vertragliche Grundlage dazu nennen, damit ich nicht zu lange suchen muß.

    Liebe Grüße

    Altsax

    Einmal editiert, zuletzt von Altsax (7. Juli 2008 um 10:11)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. Juli 2008 um 11:19
    • #25

    Lieber Altsax,

    ich habe meinen vorherigen Beitrag präzisiert, damit er nicht so ausgelegt wird, wie du ihn verstanden hast. In Bayern konnte man vom 1.7.1858 bis zum 31.7.1865 Briefen mit Muster ohne Wert anhängend auch unfrankiert versenden, ohne dass es einen Zuschlag gegeben hätte. Dergleichen habe ich noch nie gesehen.

    Im Postverein war die Vergünstigung dergestalt, dass je 2 Loth für eine o. g. unfrankierte Mustersendung nur der einfache Zuschlag gefordert wurde (Postvereinsvertrag vom 18.8.1860, Art. 23:" Für Waarenproben und Muster, welche vorschriftgemäß verpackt sind, wird bis zu 2 Loth ausschließlich und ferner für je 2 Loth das einfache Briefporto nach der Entfernung (im Falle der Nichtfrankierung nebst Zuschlag) erhoben).

    Dein Brief mit den Stoffmustern wird wohl nur einfach gewesen sein, so dass sich keine Portomoderation ergeben hätte.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Altsax
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    • 7. Juli 2008 um 11:36
    • #26

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für die Präzisierung, jetzt ist mein Weltbild wieder intakt.

    Der Stoffmuster-Brief war tatsächlich - wenn ich mich recht erinnere - einfach.

    Innerhalb Sachsens war die Brieftaxe übrigens immer unabhängig davon, ob franco oder porto versandt wurde. Dennoch existieren zur Markenzeit relativ wenige Portobriefe.

    Liebe Grüße

    Altsax

  • Altsax
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    1. Juli 1850 (175)
    • 7. Juli 2008 um 13:20
    • #27

    Zur Vermeidung von Rostansatz an den kleinen grauen Zellen:

    Warum lief der gezeigte Brief von Leipzig nach Hof trotz durchgehender Bahnlinie über Gera?

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. Juli 2008 um 13:27
    • #28

    Lieber Altsax,

    da kann ich dir auch nicht weiterhelfen. Vielleicht falsch kartiert? Schließlich wurde ja die rechte Marke von am Ort "nachentwertet", so dass an diesem Tag sicher nicht alles perfekt lief.

    Wie kommt denn Gosswitz zu der Ehre, seinen Stempel hinten abschlagen zu dürfen? Wenn man das Briefpaket in Leipzig zumacht, und in Hof erst wieder öffnet, dürfte hinten doch gar nichts drauf sein.

    Und der Gera - Stempel wurde doch in der Stadt geführt, oder?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Altsax
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    • 7. Juli 2008 um 13:32
    • #29

    Lieber bayern klassisch,

    der Schlüssel zur Erkenntnis liegt in den sächsischen Bahnpostbestimmungen. Lassen wir anderen noch die Chance, den Sachverhalt zu ergründen.

    Liebe Grüße

    Altsax

  • Altsax
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    • 7. Juli 2008 um 22:58
    • #30
    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Vielleicht falsch kartiert?

    Lieber bayern klassisch,

    das Problem mit dem "falsch kartiert" ist es, daß man das meist nicht beweisen kann und leicht in Versuchung kommt, diese "Lösung" zu bevorzugen, wenn man anderweitig nicht weiterkommt.

    In diesem Falle läßt es sich beweisen, deshalb habe ich den Brief gezeigt:

    Den sächsischen Bahnposten wurde bereits 1854 die Verpflichtung erlassen, siegelseitig auf den Briefen Coursstempel abzuschlagen. Das hatte nur noch bei fehlgeleiteter Korrespondenz zu geschehen.

    Somit ist klar, was bei diesem Brief passiert ist:

    Regulär kartierte das Postamt Leipzig auf das Fahrende Postamt Nr. 1 Leipzig-Hof. Letzteres steckte den Brief in den Postsack nach Gera. Dort wurde der Irrtum bemerkt und der Brief dem (sächsischen) Fahrenden Postamt Nr. 6 der Strecke Glauchau Gera übergeben. In Gößnitz wurde umkartiert auf das FPA 1, das wegen der Fehlleitung siegelseitig den Streckenstempel abschlug und bei der Gelegenheit auch noch die vom Entwertungsstempel schlecht getroffenen Francomarke bestimmungsgemäß nachentwertete.

    Derartige Belege sind trotz ihrer (relativen) Seltenheit für bescheidene Summen zu erwerben und doch von hohem postgeschichtlichen Interesse.

    Liebe Grüße

    Altsax

    Einmal editiert, zuletzt von Altsax (7. Juli 2008 um 22:59)

  • Altsax
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    1. Juli 1850 (175)
    • 7. Juli 2008 um 23:08
    • #31

    Da wir gerade bei der Bahnpost sind:

    Der folgende Brief wurde am 20.12.1864 in Fürth geschrieben und vermutlich über die Strecken Nürnberg - Hof und Hof - Leipzig bis Altenburg befördert.

    Dazu habe ich Bayern betreffend einige Fragen:

    1. Gab es zu diesem Zeitpunkt noch den berühmten Cours Nürnberg - Fürth oder wurde der Brief bei einem anderen aufgegeben?

    2. Gab es auf dem relevanten Cours reguläre Bahnposten oder - wie bei kleineren Coursen in Sachsen üblich - lediglich Postschaffnerbegleitung?

    3. Wie waren die Vorschriften bezüglich der handschriftlichen Kennzeichnung? Mußte der Aufgabeort und das Datum nicht vermerkt werden?

    In freudiger Erwartung der Antworten wünscht eine gute Nacht

    Altsax

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Juli 2008 um 11:00
    • #32

    Lieber Altsax,

    dann will ich mal deinen Brief zu interpretieren versuchen.

    Ich glaube nicht, dass er von Fürth über Nürnberg lief. Vielmehr wäre die ab dem 1.7.1864 von der k. b. Bahnpost benutzte Strecke Fürth - Bamberg - Hof hier maßgebend.

    Das kann aber niemand genau wissen, denn man kann ihn auch in den Gegenzug eingeworfen haben, dann wäre Fürth - Nürnberg - Hof richtig. Wir werden es nie erfahren ...

    Wenn, was aus dem Inhalt hervorgehen könnte, der Absender eine Firma war, die regelmässig korrespondierte, dann ist der erstgenannte Fall anzunehmen, denn die Firmen wussten genau, welcher Zug von wo nach wohin wann abfuhr.

    Andernfalls sind beide Möglichkeiten gleich wahrscheinlich.

    1. Gab es zu diesem Zeitpunkt noch den berühmten Cours Nürnberg - Fürth oder wurde der Brief bei einem anderen aufgegeben?

    Die Strecke der Ludwigseisenbahn gab es ab dem 7.12.1835, als Bahnpost aber erst ab dem 1.1.1851 (Nürnberg - Hof). Davor nur mit Condukteursbegleitung.

    2. Gab es auf dem relevanten Cours reguläre Bahnposten oder - wie bei kleineren Coursen in Sachsen üblich - lediglich Postschaffnerbegleitung?

    Das waren reguläre Strecken mit eigenem Waggon der Bahnpost - eine Condukteursbegleitung hätte bei dem auf dieser Strecke herrschenden Postaufkommen den Dienst schnell quittiert, würde man ihr die Dienstespflichten der Bahnpostbeamten aufoktroyiert haben. Dazu waren sie nicht ausgebildet und wohl auch nicht fähig, weder physich, noch intellektuell.

    3. Wie waren die Vorschriften bezüglich der handschriftlichen Kennzeichnung? Mußte der Aufgabeort und das Datum nicht vermerkt werden?

    Die Vorschriften waren einfach: Der Brief hatte - ob mit oder ohne Marke - aufgabegestempelt zu werden. Hierfür waren Streckenstempel ausgegeben worden, die es in zahllosen Varianten gibt. Ich erspare mir hier eine Auflistung, da sie Seiten füllen würde.
    Bei frankierten Briefen sollten die Marke(n) mit dem eigens für die Bahnpost in vielen Exemplaren geschnittenen geschlossenen Mühlradstempel 406 entwertet werden.

    Dass dies nicht immer geschah, liegt, wenn man die Manipulation der damaligen Zeit kennt, auf der Hand und wird durch die Existenz deines (und hunderter anderer, ähnlicher Briefe) gründlich belegt.

    Tatsächlich kam die bayer. Postverwaltung mit den Anforderungen des täglichen Dienstbetriebes nicht zurecht, so dass zu "Notmaßnahmen" gegriffen wurde.

    1) Man schrieb die Nr. des Mühlrades "406" mit Tusche oder Farbstift auf die Marke(n), was schon lose begehrt ist, auf Brief sehr gesucht und gut bezahlt wird.

    2) Man machte dasselbe nach dem 1.12.1856, als es nur noch B.P. Stempel in Form des offenen Mühlrades gab, was ebenfalls selten und gesucht ist.

    3) Machte man, wie dein Brief zeigt, sich die Sache einfach, indem man einfach die Marke strich, ohne weitere, vorgeschriebene Tätigkeiten auszuführen.

    4) Der Fall unter 3) kam vor allem dann vor, wenn neben dem Entwertungsstempel auch der Kursstempel - in der Regel ein Halbkreisstempel - nicht greifbar war, oder ihn der Nebenmann gerade brauchte.

    Die Behandlung deines Briefes deutet auf eine erste, kurze Streckenführung hin (also nicht Nürnberg - Hof), denn wenn die Kollegen viel Zeit hatten, war die korrekte Stempelung üblich.

    Hatte man aber nur ein paar Minuten zur Briefpostbehandlung übrig, dann kam das schon mal so vor, weil es kaum anders zu schaffen war.

    Interessanter weise wurde in München vieles bemängelt - jedoch so gut wie nie die (relativ) zahlreichen Manipulationsfehler bei den Bahnposten ...
    man hat schon gewusst, dass dieses besser bezahlte Personal etwas sachter angefasst werden musste, und 30 Jahre Dienst hat bei der Bahnpost auch keiner überlebt.

    Liebe Grüsse, und sorry für das Abschweifen, sagt bayern klassisch

  • Altsax
    aktives Mitglied
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    1. Juli 1850 (175)
    • 8. Juli 2008 um 11:15
    • #33

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für Deine ausführliche Darlegung.

    Für einen Sachsensammler ist erstaunlich, wie oft anscheinend in Bayern gegen Vorschriften verstoßen worden ist. Offenbar war das in Sachsen wegen der Nähe zu Preußen anders.

    Noch eine letzte Frage zur Bahnpost:

    Die sächsische Post versah nicht alle täglich auf einer Strecke verkehrenden Züge mit "Fahrenden Postämtern" und entsprechend ausgestatteten Bahnpostwagen. Es war aber zugelassen, auch bei den übrigen Zügen (Post-?) Schaffnern blosgehende Briefe mitzugeben. In diesen Fällen wurde handschriftlich entwertet und Aufgabeort nebst Datum handschriftlich vermerkt.

    Gab es so etwas in Bayern auch?

    Liebe Grüße

    Altsax

  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Juli 2008 um 11:43
    • #34

    Lieber Altsax,

    Für einen Sachsensammler ist erstaunlich, wie oft anscheinend in Bayern gegen Vorschriften verstoßen worden ist. Offenbar war das in Sachsen wegen der Nähe zu Preußen anders.

    Da sprichst du ein wahres Wort, aber Bayern lag eben näher - auch in anderen Hinsichten - zu Österreich ...

    Diesen Modus operandi kenne ich so nicht.

    Wenn ein Zug im Bahnhof stand, konnte man im Falle, dass er von der Bahnpost benutzt wurde, den Brief in den Schlitz am Waggon einwerfen.

    Gab es ein Bahnhofspostamt oder eine Bahnhofsexpedition, dann konnte man dort den Brief aufgeben oder in einen der Briefkästen einwerfen. Er wurde dann dort wie bei jedem anderen Amt behandelt.

    Die Mitgabe von Poststücken an einen Bahnschaffner kenne ich so nicht, wie du es von Sachsen schilderst. Aber zeigt uns das nicht auch, dass AD so vielschichtig ist, wie es die meisten nicht annehmen?

    Zur farblich- thematischen Unterfütterung war ich so frei, ein paar Scans zu fertigen, die zeigen sollen, wovon wir reden.

    Zuerst 406 als Stempel, dann per Hand als Notmaßnahme.

    Als Pendant zu deinem Brief habe ich mal einen aus Fürth vom 4.7.1859 nach Frankfurt, der sicher über Nürnberg lief, bei dem man die Marke auch nur mit dem Halbkreisstempel bedruckte, anstatt den B.P. - Stempel zu nehmen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Juli 2008 um 11:47
    • #35

    ... des weiteren zeige ich mal einen Brief mit dem 406, bei dem der Halbkreisstempel (Aufgabestempel) vergessen wurde, wenngleich dies sehr selten ist.

    Korrekt machte man es in Kemten am 28.3.1859 bei einem Brief nach Dietmannsried, der B.P. auf die Marke, der Halbkreiser auf den Brief. Ja, auch das kam hin und wieder vor. ;)

    Zum Schluss ein Briefstück mit handschriftlicher Stationsaufgabe Winden in der Pfalz und einen Brief von 2.4.1870 mit Aufgabevermerk Landstuhl nach Bergzabern.

    Liebe Grüsse von bayen klassisch

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Juli 2008 um 13:03
    • #36

    Nun aber wieder zurück zum ursprünglichen Thema:

    Ein Brief vom 10.1.1850 aus Bayreuth nach Altenburg zeigt uns die mir nur aus dieser Korrespondenz (etwa 5-6 Briefe) bekannte persönliche Postportofreiheit eines Postmeisters.

    Unten links in der Ecke notierte er "fr. 0, Unterschrift, Postmeister".

    Eine weitere, aktive Portofreiheit, genoss natürlich auch die Königin Therese von Bayern, die Gemahlin König Ludwigs des Ersten von Bayern, die ja eine geborene Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen war.

    Der am 11.3.1853 in München versandte Trauerbrief von ihr an den regierenden Herzog von Sachsen-Altenburg in Altenburg war daher mit ihrem Allianzsiegel verschlossen, welches der Post in München geläufig war.

    Er blieb nach dem Postvertrag Bayerns mit Sachsen zu Recht frei von Abgaben, da die Regenten nebst ihren Familienangehörigen aktiv und passiv portobefreit waren.

    Vielleicht hat jemand einen Brief an das bayerische Königshaus?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Altsax
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    1. Juli 1850 (175)
    • 8. Juli 2008 um 13:39
    • #37

    Lieber bayern klassisch,

    die Briefe an das bayrische Königshaus dürften sich insofern kaum in Sammlerhand befinden, als - im Gegensatz zu Altenburg - München nicht unter SED-Obhut stand. Das Archiv in Altenburg wurde zu DDR-Zeiten sehr sorgfältig auf Verwertbares hin gefilzt - zur Freude der Sammler, weniger zu der der heutigen Archivare.

    Von den beiden gezeigten Belegen der weitaus interessantere dürfte der erste sein. Portofreiheitsgewährung von Postmeistern kannte ich bisher nur innersächsisch.

    Sofern Du über die entsprechende vertragliche Regelung verfügst, wäre ich für eine Kopie dankbar. Vom Termin her galt ja der Postvereinsvertrag noch nicht.

    Liebe Grüße

    Altsax

    Einmal editiert, zuletzt von Altsax (8. Juli 2008 um 13:40)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Juli 2008 um 14:08
    • #38

    Lieber Altsax,

    so aus der Hüfte: Es gab da keine Vertrag. Der Postmeister hatte wohl die aktive Portofreiheit, und wenn die Aufgabepost, hier also er selbst, das Poststück ohne Taxansatz beließ, dann wollte man in Sachsen auch nichts verlangen.

    Es gibt mehrere Briefe dieser Art, entweder, wie meiner, kurz vor dem Postverein, oder auch kurz nach dem 1.7.1850 - sie wurden alle gleich, nämlich gar nicht, behandelt. Ein Zufall kann das nicht sein.

    Interessant wäre es zu sehen, wie die bayer. Post mit dem Postmeisterfreitum aus Sachsen umgegangen wäre. Auf solch einen Brief warte ich schon seit vielen, vielen Jahren ...

    Wenn du einen hast, stehe ich in den Startlöchern ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • bayern klassisch
    Gast
    • 10. Juli 2008 um 06:49
    • #39

    Zu den vergleichsweise "simplen" und für viele Sammler "uninteressanten" Briefen gehören Portobriefe. Da keine Marke verklebt wurde, haben Erstbesucher von Archiven diese Stücke regelmäßig und ohne Skrupel der Papiermühle übermacht.

    Glaubt man den Statistiken, dann wurden erst zu Beginn der 1860er Jahre mehr frankierte Briefe, als unfrankierte versandt. Daher bleibt es graue Theorie, dass es also auch heute von diesem Zeitraum zahlreiche Portobriefe geben müsste.

    Nach meiner Beobachtung sind alle Portobriefe zwischen Bayern und Sachsen selten und machen heute nur noch Bruchteile vorhandener Briefbestände aus.

    Hier zeige ich einen aus Elster, der 1861 für 9 Kr. nach Viehberg bei Hersbruck lief. Die Entfernung zwischen beiden Orten betrug über 10 - 20 Meilen, so dass neben der Gebühr von 6 Kr. für den einfachen Brief noch ein Portozuschlag von 3 Kr. hinzu kam. Der Empfänger zahlte also 9 Kr. für ihn. Diese 9 Kr. waren Sachsen zu vergüten, denn die Aufgabepost bezog immer das Franko oder Porto wie hier.

    Portobriefe wurden um so seltener, je höher der Portozuschlag in Relation zur Briefgebühr war. Demnach gibt es weniger Briefe bis 10 Meilen, als welche über 20 Meilen, zumal die letzteren sowieso die Masse darstellen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Altsax
    aktives Mitglied
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    1. Juli 1850 (175)
    • 10. Juli 2008 um 10:12
    • #40

    Leider nur auf losen Marken kann ich die "innigste Verbindung" zwischen Bayern und Sachsen darstellen, nämliche die Entwertung bayrischer Marken durch Stempel der sächsischen Post.

    Dabei geht es nicht um die bekannten Zufallsstücke (Nachentwertung, Verwendung von Marken des Bestimmungslandes), sondern um Resultate der Tatsache, daß eine sächsische Bahnlinie in Bayern endete, nämlich der Cours Leipzig - Hof.

    Obwohl zumindest in den Anfangsjahren Bestimmungen dahingehend existierten, daß die an den Wagen der Fahrenden Postämter angebrachten Briefkästen im Auslande zu schließen seien, und obwohl in Hof am Bahnhof eine bayrische Postanstalt existierte, bei der Korrespondenz aufgegeben werden konnte, wurden offenbar bisweilen Briefe der sächsischen Bahnpostanstalt direkt übermittelt.

    Die Entwertung fremder Marken mit sächsischen Poststempeln war zwar untersagt, kommt jedoch auch mit anderen Coursstempeln auf grenzüberschreitenden Linien vor, dort sogar auf Briefen belegbar.

    Altsax

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